Pachtzinsen: Die Kleinen sind vorn

17.06.2014

© Frank Hartmann

Pachtpreise werden offenbar nicht allein durch den Wettbewerb in der Region, die Bodenqualität oder die Schlaggröße bestimmt.

Knapp 2 000 Agrarbetriebe wirtschaften im Freistaat sowohl auf Pacht- als auch auf Eigentumsflächen. Dies geht aus der Agrarstrukturerhebung 2013 des Landesamtes für Statistik hervor. Über alle Rechtsformen hinweg summieren sich bei diesen Betrieben die Eigentumsflächen auf rund 134  000 ha, die gepachteten Flächen auf 540 000 ha. Rund 700 erfasste Betriebe haben das Glück, ausschließlich Eigentumsflächen zu bewirtschaften. Allerdings summieren sich diese auf lediglich 13 800 ha. Gut 5 000 ha davon entfallen auf etwa 500 Nebenerwerbsbetriebe. 600 Thüringer Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften den Angaben der Agrarstatistiker zufolge ausschließlich Pachtflächen. Zusammen kommen sie auf knapp 88 000 ha.

Knapp ein Drittel Eigentum

Der überwiegende Teil der heimischen Familienbetriebe, die im Haupterwerb tätig sind, wirtschaftet auf einem Mix aus Pacht- und Eigentumsflächen. In der Summe stehen 80  000 ha Pachtflächen 32 000 ha Eigentum gegenüber. Bei den juristischen Personen ist die Schere zwischen Pacht- und Eigentumsland erwartungsgemäß größer: 390 000 ha Pachtflächen stehen 77 000 ha Eigentum entgegen. Bei den Personengesellschaften stehen knapp 20 000 ha Eigentum 65 000 ha Pachtland gegenüber.

Erfasst wurden von den Agrarstatistikern auch die Pachtzinsen. Der Mittelwert über alle Rechtsformen und Schlaggrößen hinweg lag 2013 bei 144 €/ha. Für Ackerland mussten 162 €/ha, für Dauergrünland rund 72 €/ha bezahlt werden. Betriebe mit einer Betriebsfläche von 200 bis 500 ha zahlten mit Abstand den höchsten Pachtzins (159 €/ha).

Im Vergleich zwanzig Prozent Aufschlag

Haupterwerbsbetriebe mussten im Mittel 203 €/ha für Acker- und 71 €/ha für Grünland zahlen. Betriebe der Rechtsform juristische Personen kamen dagegen auf einen Pachtzins für Ackerflächen von 152 €/ha und für Grünland von 72 €/ha. Personengesellschaften zahlten 76 €/ha für Grün- und 181 €/ha für Ackerland.

Wer in den Jahren 2012 und 2013 Flächen neu dazu pachtete bzw. den Pachtvertrag neu verhandelte, zahlte im Landesmittel 176 €/ha und damit 20 % mehr als bei bestehenden Altverträgen. Verpächter verlangten bei Neuabschlüssen für Ackerland im Durchschnitt 190 €/ha, für Grünland 91 €/ha.

Für Haupterwerbsbetriebe verteuerten sich Neuabschlüsse für Ackerland, gemessen an ihren Altverträgen, auf 250 €/ha, für Grünland auf 119 €/ha. Juristische Personen handelten im Mittel neue Pachtverträge für 175 €/ha (Acker) bzw. 85 €/ha (Grünland) aus. Personengesellschaften ist neu gepachtetes Ackerland 233 €/ha und Grünland 122 €/ha wert gewesen.

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