Ökofläche wächst

16.06.2017

Mischkulturen © Sabine Rübensaat

Der ÖkoAktionsplan für Thüringen wirkt“, sagt Landwirtschaftsministerin Birgit Keller. Belegen sollen dies die ersten Zahlen für das Ökolandbauwachstum im Jahr 2016. Danach erhöhte sich hierzulande zum zweiten Mal in Folge die nach Ökorichtlinien bewirtschaftete Fläche: Konnte 2015 ein Plus von 3  525 ha vermeldet werden, lag der Zuwachs im vorigen Jahr bei 4  885 ha. Die Ökofläche erreichte 37 449 ha, was einem Anteil von 4,8 % an der gesamten Landwirtschaftsfläche entspricht.


Den vorläufigen Zahlen der TLL zufolge konnten im Freistaat 328 Ökobetriebe registriert werden, darunter 62 mit Hofverarbeitung. Neu hinzugekommen sind im Vorjahr 44 landwirtschaftliche Betriebe und 29 Betriebe der Verarbeitung, was fast neun Prozent mehr als im Vorjahr sind.

 

Ein Fünftel des gesamten KULAP-Budgets


Die Mehrheit der ökologisch wirtschaftenden Betriebe nutzte laut Agrarministerium auch 2016 die direkte Förderung des KULAP, um auf ökologische Landwirtschaft umzusteigen oder sie beizubehalten. Dafür seien im letzten Jahr insgesamt 5,45 Mio. € ausgezahlt worden.


Neben den Einstiegs- und Beibehaltungsprämien stehen den Ökobetrieben weitere KULAP-Maßnahmen offen. So beteiligen sich nicht wenige an den Programmteilen, die den Natur- und Erosionsschutz fördern. Hierbei seien Maßnahmen auf 8 700 ha mit rund 2,7  Mio. € gefördert worden. Im Ministerium verweist man darauf, dass unter Hinzuziehung der genannten Prämien ökologisch wirtschaftende Agrarbetriebe 2016 insgesamt rund 8,2 Mio. € aus dem KULAP-Topf erhielten, was mehr als einem Fünftel des Gesamtbudgets entspricht. Keller verwies darauf, dass im vorigen Jahr durch Umschichtungen die ELER-Mittel für den Ökolandbau um 5 Mio. € aufgestockt werden konnten, um in den nächsten ­Jahren weitere Unterstützung geben zu können. Der jüngste Zuwachs „zeigt aber auch, dass es weiterer Anstrengungen bedarf, um das angestrebte Ziel zu erreichen, bis 2020 zehn Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch zu bewirtschaften“, so die Ministerin.

 

Viel Grünland in der Umstellung


Welche Anstrengungen das sein werden, verriet Keller nicht. Fakt ist, dass mindestens neun Bundesländer zum Teil deutlich höhere finanzielle Anreize für die Umstellung bzw. Beibehaltung anbieten, um dem Ökolandbau Schub zu verleihen. Sachsen-Anhalt etwa unterstützt auf dem Acker- und Grünland in den ersten zwei Jahren mit über 400  €/ha und in den Folgejahren weiter mit 273 €/ha; bei Gemüse und Dauerkulturen sind es 1 215 €/ha (486  €/ha) bzw. 1  657 €/ha (975  €/ha). Und selbst die Sachsen liegen über dem Thüringer Niveau.


Sicher: Eine attraktive Förderung ist nicht alles. Dennoch muss bei aller Zuversicht, die Ministerin Keller aussendet, zur Kenntnis genommen werden, dass der weit überwiegende Teil (2015: 75 %) der über 8  000 ha Ökoumstellung in den vergangenen zwei Jahren auf dem Grünland erfolgte. Dazu dürften die überzeichneten Grünlandmaßnahmen im KULAP mit beigetragen haben.

 

 

Ökoförderung:
Wie alle Bundesländer unterstützt der Freistaat die Umstellung konventioneller Betriebe bzw. den Einstieg in die ökologische Landwirtschaft und die Beibehaltung. Gewährt werden die Zuschüsse zusätzlich zu den Direktzahlungen.

Aktuell erhalten Thüringer Betriebe jeweils im ersten bis fünften Jahr:
• 280 €/ha Ackerland, Grünland, Streuobstwiesen
• 580 €/ha Gemüse, Duft-, Heil- und Gewürzpflanzen
• 950 €/ha Dauerkulturen

Ab dem sechsten Jahr erfolgt die Förderung als jährliche Beibehaltungsprämie:
• 210 €/ha Ackerland, Grünland, Streuobstwiesen
• 360 €/ha Gemüse, Duft-, Heil- und Gewürzpflanzen
• 750 €/ha Dauerkulturen

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