Mutterschafprämie muss endlich kommen

12.02.2018

© Birgitt Schunk

Halle. Die Schafzuchtverbände in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg fordern nachdringlich die sofortige Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen. In einer von den Verbandsvorsitzenden gezeichneten Erklärung heißt es, dass nur so der dramatische Abbau der Schafbestände gestoppt werden könne (siehe auch Bauernzeitung Heft 7/2018, Seite 19).



Eine gekoppelte Prämie, die die meisten EU-Staaten für ihre Schäfer ausreichen, speist sich aus Mitteln der Ersten Säule. Den vier Verbänden zufolge könnte eine solche Mutterschafprämie schon im Jahr 2019 an die Schäfer ausgezahlt werden, wenn die Politik dies wolle. Hierzu müsste Deutschland bis zum April dieses Jahres einen entsprechenden Antrag bei der EU stellen.


Der Vorsitzende des Thüringer Schafzuchtverbandes, Jens-Uwe Otto, erklärte, dass die Schafe für den Naturschutz, den Erhalt der Kulturlandschaft und die Deichpflege unentbehrlich und gesellschaftlich erwünscht wären. Otto beklagte eine unzureichende Würdigung dieser Leistungen durch die Gesellschaft; denn von Wolle und Lammfleisch könne schon lange kein Schafhalter mehr leben! „Wenn die Gesellschaft weiter glaubt, dass die Schäfer quasi nebenbei die Landschaft pflegen können, muss sie sich bald überlegen, wer dies in Zukunft macht.“



Die vier Zuchtverbände kritisieren, dass im jetzigen Fördersystem die Schafhalter in die Rolle des Bittstellers gedrängt, sanktioniert und nicht als Partner in Sachen Naturschutz angesehen würden. Hier bedürfe es dringender Korrekturen. Auch die Mehraufwendungen, die den Schafhaltern zusätzlich durch das Auftreten des Wolfes entstünden, müssten in Zukunft berücksichtigt werden. 

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