Mitgliederversammlung des Ziegenzuchtverbandes

31.03.2014

© Ilka Jost

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen gibt es im Freistaat rund 2 500 Ziegenhalter, die meisten von ihnen im Landkreis Greiz (211), im Wartburg- und im Saale-Orla-Kreis (193 bzw. 161). 17 200 Tiere sind derzeit erfasst; die größten Bestände finden sich im Altenburger Land (3 127), in Jena (2 676) und im Wartburgkreis (1 030). Auf der Mitgliederversammlung des Thüringer Ziegenzuchtverbandes in Bösleben sprach man angesichts dieser Daten von insgesamt stabilen Tierbeständen, die zu großen Teilen im Nebenerwerb bzw. als Hobby gehalten werden.

Mit 179 Ziegenhaltern und -züchtern ist auch die Mitgliedszahl des Verbandes 2013 stabil geblieben. Zufrieden gibt man sich damit aber nicht. Im Herdbuchbereich kann der Ziegenzuchtverband auf Kontinuität verweisen. 53 Züchter bearbeiten hierzulande zehn Rassen, wobei allein die Thüringer Wald Ziegen und die Burenziegen von 43 Züchtern gehalten werden. 678 Ziegen sind im Herdbuch eingetragen. Mit 415 Tieren steht die Thüringer Wald Ziege unangefochten an der Spitze. Drei neue Betriebe erhielten im Vorjahr ihre Herdbuchanerkennung, zwei weitere nahmen nach einer Unterbrechung die Herdbuchzucht wieder auf.

Dr. Katja Peter, die zum wiederholten Mal in ihrem Amt als  Vorsitzende bestätigt wurde, sieht für eine erfolgreiche Herdbuchzucht im Land keine Alternative zum Verband. Und für so eine kleine Interessenvertretung mit entsprechend schmalem Budget bot das vorige Jahre einige Herausforderungen. Die Änderungen in der Leistungsprüfung und eine neue Zuchtbuchordnung belasteten den Verband und seine Mitglieder zusätzlich. Katja Peter forderte vom Agrarministerium Nachbesserungen bei der Förderung der Leistungsprüfung. Im Zuge der Privatisierung sei die Feldprüfung aus der Förderung herausgefallen. Hiervon sind die Ziegenzüchter, die ja bekanntlich nicht auf Station prüfen, zu einhundert Prozent betroffen. Auch der angekündigte Wegfall der staatlichen Zuchtbetreuer werde Konsequenzen für den Ziegenzuchtverband haben. Ein Teil der Zuchtprüfungen müsse künftig durch ehrenamtliche Prüfer absolviert werden.

Katja Peter kündigte eine Neuorganisation der Geschäftsstelle sowie eine verstärkte Mitgliederkommunikation via E-Mail und Internet an. Den klassischen Postweg aufgeben wolle man aber nicht. Weil ein Verband nicht wie eine öffentliche Behörde funktioniere, so Katja Peter, seien alle Mitglieder aufgerufen, am Abbau zu Recht kritisierter Defizite mitzuwirken.

Regina Brückner richtete einen Dank an den TVL, der selbst von finanziellen Einschnitten nicht unberührt, die MLP für die Ziegen zu den bisherigen Konditionen durchführen wird. 15 Züchter beteiligten sich 2013 mit 210 Tieren an der MLP. Über vier Rassen hinweg wurde eine durchschnittliche Leistung von 735 kg (F+E: 50,8 kg) ermolken. Die herausragenden Tiere sind alte Bekannte, etwa Dieter Schneiders Weiße Deutsche Edelziege „Leni“ mit 1  562 kg oder die Thüringer Wald Ziege „Sally“ von Marion Kämmerer mit 1 247 kg. Regina Brückner ermunterte die Mitglieder, das Herdbuchprogramm Ovicap, das seit zwei Jahren zur Verfügung steht, zu nutzen. 25 Züchter würden das Programm nutzen. Bei Problemen stünden Züchterkollegen bereit, um Hilfestellung zu leisten.

Fachbeirat

Auf ihrer Mitgliederversammlung wählten die Ziegenzüchter auch die Vertreter ihres Beirats, der dem Vorstand u. a. in fachlichen Fragen beratend zur Seite steht. Ihm gehören Helmut Armstroff, Stefanie Eberhardt, Gernold Hietschold, Frank Stachelrodt, Karin Steinmetz und Sabine Teumer an.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr