Milchmenge runter!

25.04.2016

© Frank Hartmann

Eine Drosslung der Milchproduktion in Höhe von zehn Prozent soll den Markt spürbar entlasten, hofft man in Erfurt.

Thüringen drängt auf eine schnelle Reduzierung der Milchmenge in den EU-Mitgliedsstaaten. Wie Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) nach einem kurzfristig anberaumten Gespräch mit berufsständischen Vertretern, Molkereien und Handel in Erfurt sagte, werde sie Bundesminister Christian Schmidt bitten, diesbezüglich in Brüssel aktiv zu werden. Angesichts der dramatischen Lage müsste die Anlieferung an die Molkereien EU-weit kurzfristig um zehn Prozent reduziert werden, um eine spürbare Entlastung des Marktes zu erreichen. Wie der Thüringer Bauernverband (TBV) zweifelt Keller den Erfolg einer „freiwilligen Mengenplanung“ zwischen Landwirten und Verarbeitern an. Vielmehr befürchte sie einen weiteren Zeitverlust. Eine freiwillige Reduzierung favorisierte zuletzt die EU-Kommission, was auch die Länderagrarminister auf ihrer jüngsten AMK unterstützten.

 

Zwar spricht sich der TBV für ein zügiges und deutliches Senken des Milchaufkommens in Europa aus. Er lehnt aber eine „entschädigungslose Mengenbegrenzung“ ab, hieß es in einer TBV-Erklärung. Stattdessen sollte ein EU-weites Förderprogramm für ausstiegswillige Milchbetriebe und für solche, die den Milchkuhbestand verringern wollen, aufgelegt werden. Letzteres stößt beim Deutschen Bauernverband (DBV) auf Ablehnung.

 

Landesministerin Keller kündigte zudem an, kurzfristig Gespräche mit Bankenvertretern führen zu wollen, damit diese den Thüringer Milchviehbetrieben in der Krise beistehen. Offen ließ sie, ob der Freistaat Bürgschaftsprogramme und Zinsdarlehen, wie sie der TBV fordert, anbieten wird.

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