Melker prüfen ihr Können

22.11.2017

© Birgitt Schunk

Siegte souverän: Maria Russwurm vom Zuchtzentrum Gleichamberg. Sie musste ihr Können bei der praktischen Melkarbeit den Bewertern Erich Ansorg (r.) und Horst Meininger unter Beweis stellen.

Beim  Südthüringer Regionalausscheid Leistungsmelken in der Agrargenossenschaft Hermannsfeld dominierten einmal mehr die Melker aus dem Landkreis Hildburghausen. Sie holten alle Podestplätze. Im Stationären Melkstand gewann Maria Russwurm (151 Punkte). Sie trat für das Zuchtzentrum Gleichamberg an; derzeit  absolviert sie die Fachschulausbildung in Stadtroda. Auf Rang zwei und drei kamen mit Simone Stahl (147 Punkte) und Johanna Hauck (139 Punkte) zwei Melkerinnen aus der Bäuerlichen Produktion & Absatz AG Hellingen.


Beeindruckt zeigte sich Gerhard Wolfschmidt, der Ehrenvorsitzende  der Thüringer Melkergemeinschaft, von Maria Russwurms Punktzahl 151 von 160 möglichen Zählern: „Das war schon eine Spitzenleistung. Eine Portion Glück war aber auch dabei.“ Die Tiere dieses Durchgangs spielten besonders gut mit, dreistrichige Kühe waren nicht dabei. Und auch für die Nächstplatzierten sparte Wolfschmidt nicht mit Lob. „Alles, was über 120 Punkte liegt, ist eigentlich ausgezeichnet.“ Seit 30 Jahren begleitet der Fachmann aus Poppenhausen als Bewerter das Leistungsmelken. Im Theorieteil des Südthüringer Regionalausscheids wurde einmal die volle Punktzahl erreicht. Auch das gehört Wolfschmidt zufolge zu den überaus positiven Ergebnissen. Besser als in den zurückliegenden Wettbewerben beherrschten die Starter zudem den  Zelltest.   „Es wird sich wieder mehr damit befasst.“ Doch es gab auch Ausschläge in der Leistungsskala nach unten. Als negativ wertete Wolfschmidt, dass mit 38 Minuten  in einem Fall die avisierte Melkzeit deutlich  überschritten war. „Wir hatten so um die 22 bis 25 Minuten kalkuliert“, sagte er. Darüber hinaus war eine der Kühe im Wettbewerb nicht leer gemolken worden, was der Starter bei einem Kon­trollgriff eigentlich hätte merken müssen. Doch diesen Check hatte er ganz offensichtlich nicht gemacht. 8,5 Liter  Milch wurden  noch nachgemolken. Für Wolfschmidt zeige das einmal mehr,  wie wichtig solche Wettbewerbe sind, um sich das einst Gelernte immer wieder ins Bewusstsein zu holen, aufzufrischen oder überhaupt erst einmal zu festigen.


Für  Wolfram Mertz, den Ausbilder aus der Milch-Land GmbH Veilsdorf, ist die Teilnahme der Lehrlinge aus seinem Betrieb an solch einem Wettbewerb ein Muss. „Die Leute sammeln hier Erfahrung und müssen sich beweisen. Da können sie nur dazu lernen. Für die Prüfung und natürlich den Arbeitsalltag.“ Es gehe schließlich darum, die qualitativ hochwertige Melkarbeit zu beherrschen und dann auch in der täglichen Arbeit umzusetzen.


Aus den Betrieben des  Landkreises Hildburghausen kamen nicht nur die besten Melker, sondern mit neun von zehn Teilnehmern stellte der Kreis auch das Gros der Starter. Mit Maria Russwurm setzte sich die Favoritin durch. Sie hatte bereits 2016 im Bundeswettbewerb einen dritten Platz erreicht – damals allerdings im Karussell. Als Winterschülerin in Stadtroda machte sie im Zuchtzentrum Gleichamberg Ende September ihre letzten Schichten. „Melken macht mir Spaß, die Handgriffe verlernt man nicht“, sagte sie nach ihrem Wettbewerbsdurchgang. „Aber die Geschwindigkeit lässt dann doch nach, wenn man eine zeitlang raus ist. Der Wettbewerb war schon anstrengend.“


Neben dem Regionalausscheid der Melker in der Agrargenossenschaft Hermannsfeld, der für die Melker des Landwirtschaftsamtes Hildburghausen ausgeschrieben war, fand noch in der Agrargenossenschaft Thonhausen der Regionalausscheid der Landwirtschaftsämter Rudolstadt und Zeulenroda statt. Den Wettbewerb der Landwirtschaftsämter  Leinefelde-Worbis und Bad Salzungen gibt es am 27. November in der Landwirtschaft Körner GmbH & Co Betriebs KG. Im Einzugsbereich der Landwirtschaftsämter Bad Frankenhausen und Sömmerda  gab es nach Angaben der Thüringer Melkergemeinschaft keine Regionalausscheide. Insgesamt waren für die drei Wettbewerbe 40 Melker gemeldet. Die Besten fahren zum Landesausscheid am 7. und 8. März 2018 in die ERVEMA Agrargesellschaft Auma-Weidatal, wo sie ihr Können in einem 2 x 20er Side-by-Side-Melkstand messen werden.

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