Maiszünsler: Monitoring der TLL und Versuche

08.08.2016

© Archiv

Mit einer Flügelspann­weite von rund 30 mm gehört der Zünsler zu den „Kleinschmetterlingen“. In Thüringen findet man ihn mittlerweile auf 90 % der Maisflächen.

In den vergangenen zehn Jahren musste in Thüringen ein kontinuierlicher Anstieg des Maiszünzlerbefalls registriert werden. Dabei zeichnet sich ab, dass der Flächenanteil mit mittlerem und starkem Befall ansteigt, wie das Moni­toring der TLL, das seit 2002 läuft, ergeben hat.


Die Schäden, die die Larven des Maiszünslers verursachen, sind vielfältig. Am sichtbarsten ist der Stengelbruch zuerst oberhalb des Kolbens, später auch im unteren Bereich der Pflanzen. Durch den Bohrfraß der Raupe im Stengel wird der Stofftransport beeinträchtigt. Fraßschäden am Kolben mindern den Kornertrag. Der Maiszünsler fördert – durch Fusariumarten verursachte – Stengelfäulen. Verstärkt tritt Beulenbrand auf. Wenn nicht schon Totalverluste zu beklagen sind, kann mit schlechteren Qualitäten der Ernteprodukte und negativen Effekten bei der Silierbarkeit gerechnet werden.


Um dem Schädling in der Praxis begegnen zu können, betreut die TLL seit 2009 verschiedene Versuche zu seiner Bekämpfung, u.a. durch den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Wird die Insektizidapplikation zeitnah an den Larvenschlupf platziert, sind hier Wirkungsgrade von über 90 % möglich.
Bisher erreichen Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Zünsler nur relativ geringe Akzeptanz bei den Landwirten, wobei die Durchfahrtsverluste im hohen Mais nicht unwe­sentlich dazu beitragen. Aus diesem Grund wurden alternative Möglichkeiten in das Versuchsprogramm der TLL aufgenommen und erste Bekämpfungsversuche mit Trichogramma seit 2013 in Praxisbetrieben durch­geführt.


Erfolgten die Versuche zunächst per Handausbringung von Tricho-Karten, eröffnet die Ausbringung von Tricho-Kugeln mittels Drohne ganz neue Möglichkeiten. In 2015 wurde mit beiden Verfahren – zweimaliger Ausbringung per Hand und einmaliger Ausbringung per Drohne – ein Wirkungsgrad von 65 bis 70 % ­erreicht.


Um der Praxis anwendungsbereites Wissen zur Verfügung stellen zu können, laufen 2016 vertiefende Versuche zur Trichogramma-Ausbringung „aus der Luft“. Dafür stellen die Agrar eG Klein­obringen, die Agrar eG Kamsdorf und die Agrar eG Goldbach Praxisflächen zur Verfügung.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr