Mahnfeuer gegen den Wolf

16.05.2018

© Wolfgang Helmbold

Gut 80 Weidetierhalter kamen zum Mahnfeuer nach Schwabhausen. Kleines Foto oben rechts: Mit Britta Krämer vom Umweltministerium diskutierten Zuchtverbandschef Jens-Uwe Otto (M.) und Schäfer Gerd Steuding von der Agrarprodukte Schwabhausen eG.

Wir wollen zu Beginn der neuen Weidesaison auf unsere Situation aufmerksam machen“, betonte Schäfermeister Gerd Steuding von der Agrarprodukte Schwabhausen eG. Gemeinsam mit dem Landesverband Thüringer Schafzüchter hatte der Landwirtschaftsbetrieb zum Mahnfeuer gegen den Wolf aufgerufen. Aus vielen Teilen Thüringens waren Schäfer nach Schwabhausen gekommen, um sich an der bundesweiten Aktion zu beteiligen und einen Appell an die Politik zu richten.


Wir sind nicht hier um zu jammern, aber wer Weidehaltung will, muss auch die Voraussetzungen  dafür schaffen – so lautete die einhellige Meinung der anwesenden Schäfer und anderen Weidetierhalter. An der Situation der Schafzüchter habe sich trotz zahlreicher Erklärungen und Versprechen der Politik in den letzten Monaten wenig geändert. „Die wirtschaftlichen Bedingungen der Schafhaltung sind sehr angespannt und nun kommt auch noch der Wolf hinzu. Das geht an die Existenz“ erklärte der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes, Jens-Uwe Otto. Die Ohrdrufer Wölfin habe mittlerweile den unrühmlichen Spitzenplatz in Deutschland für die am meisten gerissenen Tiere errungen.


Das Thüringer Prozedere für die ohnehin dürftige Entschädigung sei ein „Bürokratiemonster“, kritisierte Otto. Man sei bereit, gemeinsam mit dem Umweltministerium an Lösungen zu arbeiten. Aber die bisherigen Forderungen, wie beispielsweise zum finanziellen Ausgleich aller Folgeschäden oder die Übernahme von Unterhaltungskosten etwa für Herdenschutzhunde, blieben bestehen. Otto schlug zudem vor, für die Schafhalter im Wolfsgebiet dezentrale Ställe zu errichten, die eine artgerechte Unterbringung der Tiere in der Nacht ermögliche. Damit wären der Wolf aus der „Schusslinie“ und die Schafe in Sicherheit. Als verantwortliche Referatsleiterin des Umweltministe­riums war Britta Krämer nach Schwabhausen gekommen. Sie kündigte die Überarbeitung des Wolfsmanagementplans an, was die Ausweitung des Wolfsgebietes auf ganz Thüringen mit einschließen soll. Den Entschädigungsforderungen der Schäfer begegnete Krämer mit reichlichen Erklärungen, aber ohne konkrete Zusagen.


Sie erneuerte die Forderung der Landesregierung nach einer Muttertierprämie, die als gekoppelte Zahlung aus der Ersten Säule finanziert werden sollte. Zudem  müsse Brüssel die De-minimis-Grenze von derzeit 15.000 € auf 30.000 € anheben. Eine frühe Forderung des Schafzuchtverbandes, die De-minimis-Regel bei der Entschädigung von Wolfsrissen/Folgeschäden sowie präventiven Schutzmaßnahmen wie in Schleswig-Holstein zur Gänze auszusetzen, hat das Umweltministerium bedauerlicherweise bis heute nicht aufgegriffen.

ANZEIGE

Termine

Keine Veranstaltungen
Zu Ihrer Auswahl konnten leider keine Veranstaltungen gefunden werden.

ANZEIGE

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr