Mähdruschernte: Von gut bis erfreulich

29.07.2014

© Frank Hartmann

Es brummt auf den Feldern: Die TLPVG Buttelstedt erntet Erbsen.

Nach dem Regen in der zweiten Juliwoche ist die Druschernte im Freistaat seit nahezu 14 Tagen voll im Gange. Ein vergleichsweise schwacher Hagelschlag hatte am 10./11. Juli im Weimarer Land, um das Hermsdorfer Kreuz, im Raum Nordhausen sowie nördlich von Mühlhausen in Richtung Eichsfeld erheblichen Schaden angerichtet. Dr. Winfried Hecht, zuständiger Bezirksdirektor der Vereinigten Hagelversicherung, geht von rund 7 000 ha aus, auf denen hiesige Kulturen getroffen wurden, in erster Linie reifer Raps. Entsprechend hoch fällt die Gesamtschadenssumme aus, die zehn Millionen Euro erreichen könnte, so Hecht.

Schäden richteten auch schon etliche Brände an. Zum Glück fiel nur Landtechnik den Flammen zum Opfer. Mindestens fünf Strohpressen, ein Mähdrescher, mehrere Schlepper und ein Truck, der Stroh geladen hatte, stehen landesweit in der Feuerwehrbilanz.

Rohprotein im Weizen schwächelt

Nicht ungewöhnlich ist, dass sich beim Erntefortschritt ein differenziertes Bild ergibt. Thomas Gerlach, Feldbauchef der Landschaftspflege-Agrarhöfe Kaltensundheim in der Rhön, maß in der Nacht vom Montag auf Dienstag 12 mm Niederschlag. Zwei Drittel der Wintergerste waren bis dahin gedroschen. Mitte kommender Woche sollten Triticale und Sommergerste reif sein. Weiter nördlich, in der TZG Ernstroda, waren die 160 ha Wintergerste am Wochenende abgeerntet. Mit 77 dt/ha konnte Pflanzenbauleiter Dirk Grigutsch von einem sehr guten Ergebnis berichten. Sowohl Raps als auch Weizen waren noch nicht reif.

In der Eichsfelder Agrar eG „Im Ohnetal“ in Niederorschel  ist die Wintergerste ebenfalls Geschichte. Mit dem Ergebnis gibt sich Feldbauchef Hermann Hunold zufrieden. Hier stand zur Wochenmitte die Rapsmahd kurz bevor.

Über nahezu ein Viertel der mit Druschfrüchten bestellten Fläche konnte Jürgen Paffen, Vorstandschef der Agrar eG Weißensee, Auskunft geben. Der durchschnittliche Wintergerstenertrag stimme zufrieden, die 170 ha Erbsen brachten 40 dt/ha. Der Raps war zu Wochenbeginn auf einem Drittel abgeerntet. Hier zeigte sich Paffen sehr zufrieden. Auffällig sei die geringe Feuchte beim Raps, aber auch die der Gerste und des Weizens. Mit den frühen Weizensorten habe man begonnen. Den guten bis sehr guten Erträgen stünden um eine Qualitätsstufe niedrigere RP-Gehalte gegenüber. Diese seien auch bei der Sommergerste auffällig niedrig, mit der man begann. Einen guten Ertrag samt ordentlicher Qualität bilanzierte Paffen für den Winterdurum.

Auch bei der Erzeuger eG Neumark ging es nach der Wintergerste gleich in die Erbsen: Zu Wochenbeginn waren davon drei Viertel mit guten Erträgen bereits im Lager. Wie Vorstandschef Steffen Steinbrück berichtet, verspricht die Sommerbraugerste einiges: Auf dem ersten gedroschenen Drittel zeigte der Ertrag erfreuliche 60 dt/ha an. Der Raps war in Neumark noch nicht reif, und ein erster Probedrusch im A-Weizen bestätigte die Weißenseer Erfahrungen mit dem niedrigen RP-Gehalt.  Weit fortgeschritten ist die Abreife der Kulturen im Altenburger Land. Andreas Leder, Vorstandschef der Agrar eG Gerstenberg, informierte darüber, dass der Raps bereits am Samstag der Vorwoche geerntet war. Mit knapp 50 dt/ha sei man wie mit den 86 dt/ha bei der Wintergerste zufrieden. Mit dem Weizen konnte man bereits beginnen, und hier sehe es nicht schlecht aus.

Grasvermehrung mit erfreulichem Ergebnis

Ein Wintergerstenertrag von 84 dt/ha komme in der Langenwetzendorfer Agrar eG nicht alle Tage vor, so Vorstandschef Jörg Wetzel. In dem Ostthüringer Betrieb genoss in dieser Woche die Ernte des dritten Grünlandaufwuchses höchste Aufmerksamkeit. Da passte es ganz gut, dass  der Raps und der Weizen noch nicht vollends reif waren.

Auf den leichteren Standorten konnte die Kamsdorfer Agrar eG im Kreis Saalfeld-Rudolstadt bereits am Mittwoch der Vorwoche mit der Rapsernte starten. Für Feldbauchef Reinhard Kaufmann sind 40 dt/ha ein ordentliches Ergebnis. Auch die Wintergerste enttäuschte nicht. Erfreulich seien die sehr guten Ergebnisse der 120 ha, auf denen die Kamsdorfer seit Jahren schon Grasvermehrung betreiben.

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