Lieferbeziehungen prüfen

26.02.2016

Melkstand © Frank Harmann

Seit mehr als einem Jahr sind die Milchpreise im Keller. Ein baldiger Aufwärtstrend ist nicht in Sicht.

Die Lieferbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien sollten auf den Prüfstand gestellt werden. So lautet der Tenor des 20. Thüringer Milchtages. Rund 250 Zuhörer waren der Einladung der „Landesvereinigung Thüringer Milch“ nach Erfurt gefolgt, um über die „Krisenbewältigung am Milchmarkt“ zu debattieren. Nach Ansicht von Dr. Klaus Wagner, Vorsitzender der Landesvereinigung, müssten die  Milcherzeuger selbst Lösungen finden, um künftige Krisen bestehen zu können. Wie sein Kollege, Thüringens Bauernpräsident Helmut Gumpert, sprach er sich dafür aus, verschiedene neue Liefermodelle auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Mit Heinrich Schmidt vom Raiffeisenverband und Peter Guhl von der MEG Milch Board waren zwei Referenten nach Erfurt gekommen, die sich dem Thema widmeten.

 

Agrarministerin Birgit Keller äußerte Zweifel am Erfolg einer stärkeren Exportorientierung der Milchwirtschaft. Vielmehr sei es wichtig, die Produktionsmengen an die Märkte anzupassen. Zuvor hatte sie das EU-Liquiditätsprogramm als völlig unzureichend kritisiert. Bei dessen Umsetzung in Deutschland würden überdies die ostdeutschen Betriebe benachteiligt. Der Kritik schloss sich Gumpert an, der zur Überwindung der akuten Krise ein „milliardenschweres“ Hilfspaket für die angeschlagene Branche in Deutschland forderte. Skepsis ist aber angebracht, ob mit einer wirkungsvollen Unterstützung noch gerechnet werden kann. Wagner prophezeite daher, dass im Laufe des Jahres Betriebe ihre Milcherzeugung einstellen werden.

 

Mehr dazu in der aktuellen BauernZeitung 8/2015.

 

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