KULAP 2014: Aktueller Stand der Entwürfe

19.03.2014

© Frank Hartmann

Fleckvieh beim Weiden

Am 17. Dezember 2013 wurde im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Agrarministerium der aktuelle Stand der Entwürfe zum neuen KULAP 2014 vorgestellt, das sich aus vier Bestandteilen zusammensetzt: Teil A – Acker; Teil Ö – Ökologischer Landbau; Teil G – Grünland; Teil T – Tiere. Die Wirtschafts-, Sozial- und Umweltpartner gaben hiernach Anregungen, die das Agrarministerium aufgegriffen hat. Bei den Acker- und Grünlandmaßnahmen erfolgten Anpassungen bezüglich der Vereinfachung, der Zugangsvoraussetzungen für bestimmte Maßnahmen sowie der Ausgestaltung der Grünlandmaßnahmen.

Ackerbau: Sechs Ackermaßnahmen (A1 bis A6) sind im neuen KULAP vorgesehen. Wieder in das Programm aufgenommen wurde die Maßnahme A6 zum Schutz des Rotmilans. Die ursprünglich angedachte Maßnahme „Dauerhafte Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland“ wurde gestrichen. Dennoch bekennt sich das Agrarministerium zur Maßnahme „Nutzung des Ackerlandes als Grünland“, was sich in der neuen Maßnahme A5 wiederfindet (entspricht Maßnahme N5 des KULAP 2007). Weitere Maßnahmen: A1 (Artenreiche Fruchtfolge): Anteil Leguminosen 10 % (bisher 5 %); A2 (Reduzierung N-Austrag): Absenkung N-Saldo auf 40 kg/ha (bisher 50 kg/ha); A3 (Betrieblicher Erosionsschutz): Verringerung Bodenabtragsrisiko um mindestens 20 %; A4 (Naturbetonte Strukturelemente): ein- und mehrjährige Blühstreifen, Schonstreifen, Ackerrandstreifen.

Grünland: In der Kritik stand der Vorschlag, in der Maßnahme G1 (Artenreiches Grünland) den Zugang für die Maßnahme mit vier Kennarten auf Schaf- und Ziegenhalter zu begrenzen. Dies wurde wie folgt geändert: Die Teilnahme an der Untermaßnahme mit vier bzw. sechs Kennarten ist allen, auch Rinder und Pferde haltenden Betrieben, frei zugänglich.

Bei den Naturschutzmaßnahmen auf dem Grünland gibt es hinsichtlich der Gliederung maßgebliche Änderungen. Im KULAP 2014 werden fünf Maßnahmen auf Biotopgrünland angeboten. In Schutzgebieten gibt es künftig zwei Stufen (G4 und G5). Auf dem übrigen Biotopgrünland gibt es zwei weitere Maßnahmen (G2 und G3). Unterteillt wird bei der Bewirtschaftung in Weide und Mahd: Jeweils in der zweiten Stufe befinden sich die Biotope mit erschwerten Bewirtschaftungsbedingungen und besonderen Anforderungen aufgrund des Artenschutzes. Hierbei wird auch die Grünlandpflege der Streuobstwiesen berücksichtigt. Eine Förderung des fachgerechten Obstbaumschnittes soll weiterhin über das Programm „Entwicklung von Natur und Landschaft“ möglich sein. Erstmals wird für Biotopgrünland, das die Betriebsprämien-Voraussetzungen nicht erfüllt, eine weitere Maßnahme (G6) angeboten. Damit sollen in Natura 2000-Gebieten die von Nutzungsaufgabe bedrohten Biotopflächen erfasst werden.

Die in der Kritik gestandenen Vorschläge zum Viehbesatz wurden ebenso überarbeitet. Für Schafe und Ziegen gilt: 0,3 Raufutterverzehrende Großvieheinheiten (RGV) je Hektar Verpflichtungsfläche müssen im Betrieb vorhanden sein, um die ausreichende Beweidungsintensität auf den Schafhutungen zu sichern. Regelmäßige Vorgaben zur Beweidungsdichte gibt es wie bisher schon ausschließlich für die Biotope der Feucht- und Nasswiesen und in Wiesenbrütergebieten. Dabei gilt eine Obergrenze von maximal 1,5 Großvieheinheiten (GVE) je Hektar im Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni.

Tiere: Die Unterstützung für Halter und Züchter von bedrohten Nutztierrassen wird es wie schon in der Vergangenheit geben. Diese Maßnahme gilt für folgende Rassen: Leine-, Rhön- und Merinolangwollschaf; Thüringer Wald Ziege; Rheinisch-Deutsches Kaltblut, Schweres Warmblut; Rotes Höhenvieh; Deutsches Sattelschwein.

Antragsverfahren:
Für das KULAP wird es ein gesondertes Antragsverfahren geben. Die entsprechende Antrags-CD geht allen potenziellen KULAP-Teilnehmern bis Ende Juni 2014 zu. Antragsschluss soll Ende August 2014 sein. Hierauf müssen sich alle Beteiligten einstellen! Ende 2014 sollen die Anträge beschieden sein. Der neue Verpflichtungszeitraum beginnt am 1.  Januar 2015.

Quelle: TMLFUM

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