Knollen sind gefragt

28.09.2015

© Frank Hartmann

Ganz so düster wie der Himmel am Freitag voriger Woche über Altkirchen im Altenburger Land sieht es für die Anbauer nicht aus, auch wenn die Erträge deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Die Agrar eG Altenburger Land Dobitschen baut auf 84 ha Kartoffeln an. Der Betrieb liefert an die Friweika eG im sächsischen Weidensdorf, an der man auch beteiligt ist.

Ertrag unter dem Durchschnitt, aber positive Marktaussichten: So beschreiben die heimischen Kartoffelanbauer derzeit die Lage. Die Ernte läuft nach Plan. Zu Beginn dieser Woche war etwa die Hälfte der Anbaufläche im Land gerodet. Laut der Frühjahrsprognose reduzierte sich der Anbauumfang um geschätzte 300 auf nur noch 1 700 ha.


Dr. Bernd Prüfer, der die Geschäfte der 26 Mitglieder zählenden EZG „Qualitätskartoffeln Ostthüringen“ führt, rechnet mit einem Ertrag, der 20 % unter dem sechsjährigen Mittelwert liegen könnte (2009 bis 2014: 396,7 dt/ha). Der Legetermin, die Sortenwahl und das extrem trockene Wetter würden in dieser Saison in sehr differenzierter Ausprägung Qualität und Ertrag beeinflussen. Ein hoher Knollenansatz, verbunden mit einer gebremsten Mobilisierung der Bodennährstoffe, biete eine Erklärung für den Anteil kleiner Knollen, der sich bei den Ost-thüringer EZG-Mitgliedern zwischen 10 und 12  % bewege. Jene Knollen, die oben im Damm lagen bzw. liegen, wiesen zum  Teil grüne Schalen auf, eine Folge der starken Sonneneinstrahlung. Wirtschaftlich zeichne sich für die Anbauer dennoch ein besseres Jahr ab als 2014, wo die große Ernte die Preise und die Stimmung in den Keller trieb. Prüfer hofft, dass nach der Ernte die Preise anziehen werden.


Wie in Ostthüringen profitieren die meisten Thüringer Anbauer von Lagerkapazitäten. Aufgrund des geringen Krankheitsdrucks und der zufriedenstellenden Erntebedingungen weiß Beatrix Weber von der EZG „Heichelheimer Speise- und Veredelungskartoffel“ von guten lagerfähigen Kartoffeln zu berichten. Das sei gerade für jene Anbauer von Bedeutung, die Speisekartoffeln direkt oder über den Lebensmittelhandel vermarkten. Weber wünscht den Landwirten, die noch beim Roden sind, ein wenig Regen, damit die trockenheitsbedingten harten Erdkluten von der Erntemaschine besser zerdrückt werden können, um die Knollen zu schonen.


Nahezu alle Kartoffelanbauer in der EZG „Westthüringer Qualitätskartoffeln“ müssen sich in diesem Jahr mit Feldmäusen rumplagen, so Geschäftsführerin Elisabeth Stadler. Sowohl beim schlechten Verkraften des Trockenstresses als auch beim Neuaustrieb nach den einsetzenden Niederschlägen hätten sich einige Sorten deutlich herausgeschält. Da der Kartoffelmarkt aufgrund der europaweit kleinen Ernte bereits begonnen hat, sich zu einem Nachfragemarkt zu entwickeln, ist die Stimmung bei Stadler und den Anbauern der EZG aber verhalten optimistisch – auch wenn man sich in solchen Jahren natürlich eine fette Knollenernte gewünscht hätte.

 

Knollen-Marketing
Der Dachverband Thüringer Qualitätskartoffeln (THÜKAV) führt wieder sein Projekt „Kids an die Knolle“ durch. In 22 Schulen haben Kinder ein Kartoffelfeld angelegt. Daneben gibt es die Wahl der „Thüringer Kartoffel des Jahres“ (Concordia, Belmonda, Gala und Ballerina sind nominiert). Die Initiative Heimische Landwirtschaft startet nächste Woche mit der LandesWelle Thüringen eine Tour durch elf Städte. Hier können die Menschen schätzen, wie viele Kartoffeln ein Pick-up geladen hat und attraktive Preise gewinnen.

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