Jahresbilanz der Vereinigten Hagel

27.12.2016

© Frank Hartmann

Bei Erfurt hinterließ Ende August ein Sturm schwere Schäden auf 1 500 ha Mais.

Nach Stadtroda und nach Bad Langensalza luden die Bezirksvereine Thüringen-Ost und Thüringen-West der Vereinigten Hagelversicherung zu ihrem Jahresabschluss.


Norbert Claassen von der Bäuerlichen Aktiengesellschaft „Rhinquelle“ in Breitenworbis, der dem Westthüringer Bezirksverein vorsteht, begrüßte seine Berufskollegen mit einer prägnanten Situationsbeschreibung in der Landwirtschaft: volle Lager, niedrige Preise, Einschränkungen bei Düngung und Pflanzenschutz sowie steigende Flächennutzungskosten.


Immerhin: In diesem Jahr blieben die Kulturen der hiesigen Mitglieder des Versicherungsvereins von Schäden durch extreme Witterungsereignisse größtenteils verschont. Hagel, Starkregen oder Sturm gab es 2016 im Thüringer Teil der Bezirksdirektion Gießen „erstaunlich wenig“, stellte Bezirksdirektor Jürgen Schuldig-Fritsch in seiner Bilanz fest. Ende August habe man eigentlich schon das Schadensjahr abrechnen wollen, da fegte im Erfurter Raum ein heftiger Sturm nahezu 1 500 ha Mais um. Die Kulturen von zehn Betrieben waren teilweise mit Totalschäden betroffen. „Wie immer in solchen Fällen erfolgte die Schadensbegutachtung unmittelbar durch eine Vorbesichtigung. Zur Maisernte dann wurden die Schäden exakt erfasst.“ Insgesamt registrierte die Bezirksdirektion in diesem Jahr 1  142 Meldungen. Auf 5  500 Schlägen erfassten die Schätzer die Schäden. In vielen Fällen seien zwei Begutachtungen der betroffenen Flächen notwendig geworden.


Von den 625 000 ha Fläche (u. a. 67 % Getreide/Hülsenfrüchte; 20 % Ölfrüchte/Gras; 11 % Mais; 1,6 % Rüben), die in diesem Jahr in Hessen und Thüringen versichert waren, kam es auf 22 000 ha zu Schäden. Extremwetter richteten insbesondere im Obstbau, und hier speziell in Erdbeerkulturen größere Schäden an. Die Schadensquote liegt in diesem Jahr mit 29,8 % deutlich unter dem Durchschnittswert von 62 %, der für das Gesamtunternehmen bilanziert wird. Im vorigen Jahr sah es genau umgekehrt aus: die Quote der Gießener Bezirksdirektion lag mit 75 % deutlich über dem bundesweiten Mittelwert von 63 %.


In die Gesamtbilanz der Vereinigten Hagel gehen 2016 rund 16  000 Meldungen ein. Kulturen auf rund 550  000 ha waren betroffen, die mit fast 100 Mio. € reguliert wurden. Beim Obst erreichte die Schadensquote 99 %, bei Kartoffeln 123  %. Hier lag der regulierte Schaden über den eingezahlten Prämien.

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