Hüte-Programm für die Schäfer

16.05.2014

© Sabine Rübensaat

Wanderschäfer (Hirtenzug mit Merinolandschafen)

Für die Schafhalter gibt es nach den aktuellen Plänen des Agrarministeriums im neuen KULAP doch noch eine spezielle Maßnahme. Darüber informierte der zuständige Referatsleiter Thomas Lettau auf dem Thüringer Grünlandtag.

Danach werden im KULAP-Teil für das Grünland Maßnahmen zur Hüteschafhaltung integriert. Dies betrifft Biotopgrünland innerhalb beziehungsweise außerhalb von Schutzgebieten. Gefördert wird hier die extensive Bewirtschaftung der Flächen durch die Hütehaltung mit Schafen und Ziegen vor allem auf Mager- und Trockenstandorten. Bedingung ist ein Tierbestand im Betrieb von mindestens 0,5 GVE Schafe/Ziegen je Hektar Verpflichtungsfläche. Die voraussichtliche Beihilfenhöhe soll 400 bzw. 420 €/ha betragen. Diese Maßnahmen finden sich unter der Bezeichnung G33 und G53. Folgende Maßnahmen sieht der KULAP-Teil G für das Grünland vor:

G1: Erhaltung von pflanzengenetisch wertvollem Grünland/artenreiches Grünland:
G11: jährlicher Nachweis von mindestens sechs Kennarten je Feldstück: 240 €/ha,
G12: jährlicher Nachweis von mindestens vier Kennarten je Feldstück: 180 €/ha;

G2:
Biotopgrünland/Grundstufe, außerhalb von Schutzgebieten (umweltgerechte Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen durch Nutzungseinschränkungen; Mager/Trockenstandorte; Bergwiesen; Feucht-/Nasswiesen; Wiesenbrütergebiete; Flachlandwiesen, Streuobstwiesen):
G21: Weide mit Rindern/Pferden und/oder Schafen/Ziegen: 275 €/ha,
G22: Mahd: 285 €/ha;

G3:
Biotopflege/Erschwernisstufe, außerhalb von Schutzgebieten (naturschutzgerechte Bewirtschaftung u. a. von Flächen mit Hangneigung, Splitterflächen, Streuobst oder Artenschutz/besondere Bewirtschaftungsregime wie z. B. Bewirtschaftungsruhe):
G31: Weide mit Rindern/Pferden: 345 €/ha,
G32: Mahd: 375 €/ha,
G33: Hütehaltung mit Schafen/ Ziegen: 400 €/ha;

G4:
Biotopgrünland/Grundstufe, innerhalb von Schutzgebieten (umweltgerechte Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen durch Nutzungseinschränkungen im NSG und Pflegezone der Biosphärenreservate; Erstnutzung durch Beweidung oder Mahd):
G41: Weide mit Rindern/Pferden und/oder Schafen/Ziegen: 300 €/ha,
G42: Mahd: 325 €/ha;

G5:
Biotopgrünland/Erschwernisstufe, innerhalb von Schutzgebieten (naturschutzgerechte Bewirtschaftung u. a. von Flächen mit Hangneigung, Splitterflächen, Streuobst; besondere Bewirtschaftungsregime; Erstnutzung durch Weide oder Mahd):
G51: Weide mit Rindern/Pferden: 365 €/ha,
G52: Mahd: 395 €/ha,
G53 Weide mit Schafen/Ziegen:  420 €/ha:

G6:
Offenlandhaltung (Sicherung von Natura 2000 relevanten Grünlandbiotopen, die nicht aus der Ersten Säule beihilfe­fähig sind; Verhinderung der Verbrachung, Verfilzung bzw. der Sukzession zu Wald):
445 €/ha.

Um die Maßnahmen beantragen zu können, muss beim Programmpunkt G1 ein Mindestbetrag von 500 € pro Betrieb, für alle anderen Einzelmaßnahmen von 250 € pro Betrieb erreicht werden.

Derzeit geht man im Agrarministerium von einer Inanspruchnahme der Grünlandmaßnahmen auf insgesamt fast 90 000 ha aus. Beim artenreichen Grünland (G1) könnte dies auf 35 000 ha Zuspruch finden, beim Biotopgrünland/Grundstufe (G2) auf 14 500 ha, Biotopgrünland/Erschwernis (G3) 23  900 ha, im Maßnahmeteil Biotopgrünland in Schutzgebieten/Grundstufe (G4) 4 500 ha und im Programmpunkt Biotopgrünland in Schutzgebieten/Erschwernis (G5) auf 9 000 ha. Bei der Offenlandhaltung (G6) geht man von 1 000 ha aus.

Bis zur Genehmigung durch Bund und EU steht dies alles unter Vorbehalt. 

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