Hagel kam auf leisen Sohlen

22.12.2014

© Frank Hartmann

Bezirksdirektor Dr. Winfried Hecht (r.) geht in den Ruhestand. Verantwortlich für die Gießener Direktion ist in Zukunft Jürgen Schuldig-Fritsch.

Rund 1 500 Schadensmeldungen bilanziert die Bezirksdirektion Gießen der Vereinigten Hagelversicherung für das Jahr 2014. Zirka 8,5 Mio. € Entschädigungszahlungen reichte der Versicherer an betroffene Landwirte in Hessen und Thüringen in diesem Jahr aus. Damit schneidet die Gießener Direktion 2014 im bundesweiten Vergleich (38  %) mit einer nahezu doppelt so hohen Schadensquote ab (79  %).

 

Laut Bezirksdirektor Dr. Winfried Hecht ereilten die Region in dieser Saison zwar nicht ganz schwere Hagelzüge. Allerdings hagelte es mehrmals zu Zeitpunkten, da Getreide und vor allem Raps kurz vor der Mahd standen und damit besonders empfindlich reagierten.

 

Waren Ende April und zu Pfingsten vor allem die hessischen Landwirte betroffen, hinterließen Hagelkörner Anfang Juli auch in Thüringen ihre Spuren. Betroffen waren hier Gebiete im Eichsfeld und Nordhausen, im Weimarer Land bis nach Saalfeld-Rudolstadt. Ende Juli sowie Anfang August nahm insbesondere erntereifer Raps Schaden, wobei neben den genannten Regionen auch um Erfurt und in Ostthüringen Gewitterzellen niedergingen. Im Bereich der Ölfrüchte bilanziert Hecht daher auch ein Überschadensjahr für die Region, das heißt: Die insgesamt eingezahlten Versicherungssummen beim Raps reichten nicht, um die Schäden zu regulieren.

 

Die Versicherungssummen für die einzelnen Fruchtarten (Hektarwerte) folgten 2014 im Bereich der Bezirksdirektion dem rückläufigen bundesweiten Trend. Getreide war im Gießener Mittel mit 1 457 €/ha abgesichert, ein Minus von 29 €/ha verglichen mit dem Vorjahr. Der Wert beim Raps lag mit 1 644 € rund 64 €/ha unter Vorjahresniveau. Die versicherte Fläche über alle Kulturen hinweg legte im Direktionsbereich leicht zu und liegt jetzt bei 640 000 ha.

 

Hecht vergaß auf den Jahresversammlungen in Mittelpöllnitz und Bad Langensalza freilich nicht, den rund 30 ehrenamtlich tätigen Sachverständigen zu danken. Sie seien die Basis dafür, dass die Schäden nicht nur ordnungsgemäß erfasst und eingeschätzt würden, sondern dass für die betroffenen Betriebe zügig die Regulierung eingeleitet werden könne. Mittlerweile erfassen die Sachverständigen die Schäden mit digitalen Mobilgeräten.

 

Dank richtete das Aufsichtsratsmitglied der Vereinigten Hagel, TBV-Präsident Helmut Gumpert, an Bezirksdirektor Dr. Winfried Hecht, der in Bad Langensalza seine letzte Bezirksversammlung im aktiven Dienst absolvierte und Ende des Jahres in den Ruhesstand eintritt. Seit dem Jahr 2000 war Hecht für die Region verantwortlich, davor als Außendienstler in Westthüringen unterwegs. Dass die Extreme, die Zeichen des Klimawandels sind, zugenommen haben, steht für Hecht außer Zweifel. Schadensseitig werde ihm der „Jahrhunderthagel“ am 15. Juli 1993 im Gedächtnis bleiben, aber auch das Jahr 2013, wo unmittelbar vor der Ernte entlang der A4 Hagelschläge auf Rapsflächen Millionenschäden hinterließen. Ob er sich als Ruheständler selbst in das Heer der Sachverständigen einreihen wird, stehe noch nicht fest.

 

Sein designierter Nachfolger, Jürgen Schuldig-Fritsch, ist ebenso ein studierter Pflanzenbauer. Zuletzt war Schuldig-Fritsch als Hechts Stellvertreter tätig.

 

 

 

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