Geflügelpest: Tiere in den Stall!

07.02.2017

© Sabine Rübensaat

Ob als Hobby oder zum Broterwerb: Das Federvieh muss geschützt werden.

Der erste Fall von Geflügelpest in einem Thüringer Haustierbestand zieht eine landesweite Pflicht zur Aufstallung von Geflügel nach sich. Dies ordnete das für den Tierseuchenschutz zuständige Sozialministerium an. „Nachdem erstmals ein Hausgeflügelbestand betroffen ist und bei weiteren Wildvogel-funden außerhalb von den bisher festgelegten Risikogebieten der Geflügelgrippeerreger nachgewiesen wurde, ist eine landesweite Aufstallpflicht angezeigt“, erklärte Sozialministerin Heike Werner. Sie warb bei den Geflügelhaltern um Verständnis für die Maßnahme, „um weitere Hausgeflügelbestände vor dem Einschleppen des Geflügelgrippevirus zu schützen“. In einem Hobbygeflügelbestand in Zeulenroda-Triebes im Landkreis Greiz war die Geflügelpest amtlich festgestellt worden. Neben Hühnern gehörten Wachteln, ein Fasan, Tauben, Enten und Gänse zur betroffenen Haltung. Verendete Hühner veranlassten das zuständige Veterinäramt, Proben zu nehmen. In diesen waren dann am Wochenende aviäre Influenzaviren des Subtyps H5 vom Landesamt für Verbraucherschutz (TLV) in Bad Langensalza labordiagnostisch nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor bestätigte nach weiteren Untersuchungen, dass es sich um den hochpathogenen Subtyp H5N8 handelt.


Das Veterinäramt des Landkreises Greiz leitete bereits nach Feststellung des amtlichen Verdachts die notwendigen Maßnahmen ein, wozu neben der Tötung des Geflügels auch die Einrichtung von Restriktionszonen zählt. Die Amtstierärzte ermitteln nun, auf welchem Weg der Erreger in den Geflügelbestand gelangt ist und welche Kontaktbetriebe es gibt. Der Betrieb liegt nicht in einem sogenannten Risikogebiet, in dem die Aufstallpflicht für Geflügel bereits vorgeschrieben war.


Seit 11. November 2016 galt im Freistaat in 38, nach ornithologischen Gesichtspunkten festgelegten Risikogebieten eine Aufstallpflicht, die wenig später aufgrund der zügigen Ausbreitung des Erregers in Norddeutschland ergänzt worden war. Dies betraf weitere 95 Areale in einem drei Kilometer großen Radius um Geflügelbestände mit mehr als 1 000 Tieren.


Bis zu Wochenbeginn waren mit Ausnahme des Saarlands alle Bundesländer von dem aktuellen Geflügelpestgeschehen betroffen. Das FLI urteilt, dass die Geflügelpestfälle bei Wildvögeln und die Ausbrüche bei Geflügel (39) und in zoologischen Einrichtungen ein in Deutschland nie zuvor gekanntes Ausmaß angenommen hätten. Ein direkter oder indirekter Eintrag über kontaminiertes Material (Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände) wird für die meisten Haltungen als die wahrscheinlichste Infektionsquelle angenommen. Laut FLI sei davon auszugehen, „dass unter wilden Wasservogelarten derzeit eine HPAI H5N8-Epidemie abläuft, bei der anhand der Totfunde nur die Spitze des Eisbergs erkennbar ist“. Betroffen von der Geflügelpest sind mittlerweile 23 europäische Staaten, die nahezu täglich weitere Funde melden.

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