Furcht vor Wildwuchs

08.06.2015

© Frank Hartmann

Wie hier im Weimarer Land wird über Windkraftanlagen zum Teil erbittert gestritten.

Weimar. Thüringens Landesregierung fürchtet einen Wildwuchs bei Windkraftanlagen. Der umstrittene Plan, die Windenergieerzeugung zu verdreifachen, verlöre weiter an einer ohnehin geringen Akzeptanz der ländlichen Bevölkerung für Windräder. Hintergrund ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Weimar (OVG), das die Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie im Regionalplan Mittelthüringen für unwirksam erklärt hat. Wie schon in einem Urteil vor einem Jahr, das Ostthüringen betraf, hätte die Mittelthüringer Planungsgemeinschaft (Kreise Gotha, Ilm-Kreis, Weimarer Land, Sömmerda; Städte Erfurt und Weimar) den Ausschluss von Flächen für die Windenergienutzung nur ungenügend begründet, so die Richter. Geklagt hatten verschiedene Windenergieunternehmen. Im Grunde könnten Windkraftinvestoren nun in Mittelthüringen für nahezu jeden Standort Bauanträge stellen. Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

 

Im Infrastruktur- und Agrarministerium, das für die Regionalplanung verantwortlich ist, will man eine „ungeordnete Entwicklung“ von Windkraftanlagen in jedem Fall verhindern. Für Juli wurde ein Windenergie-Erlass angekündigt. Ziel ist es, die Pläne aller vier Thüringer Planungsgemeinschaften in Sachen Windenergie gerichtsfest zu machen. Grundlage soll die erst im März dieses Jahres vorgelegte Studie sein, die für ganz Thüringen „harte und weiche Tabuzonen“ für Windkraftanlagen definiert sowie 94 potenzielle Windvorranggebiete mit einer Fläche von 9.000 Hektar ermittelt hat.

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