Forst: Aufräumen nach Sturm Friederike

23.02.2018

© Grafik ThüringenForst

Mit rund 500.000 fm ist durch den Sturm Friederike erheblich mehr Schadholz angefallen als zunächst vom ThüringenForst geschätzt worden war. Bei einem Vor-Ort-Ttermin in Eschenbergen im Kreis Gotha bezifferten Fachministerin Birgit Keller und ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt den Holzwert auf den Sturmflächen mit 35 Mio. €.


Jeweils zur Hälfte sind Bäume im Staats- und im Privat- bzw. Kommunalwald betroffen. Mit einem Anteil von 80 % entwurzelte Friederike überwiegend Fichten; jeweils 10 % der Schäden entfallen auf Kiefern und Laubbäume. Dabei überwiegen nach Einschätzung des ThüringenForstes Einzel-, Nester- und Kleinflächenwürfe. Windbruch gibt es nur in Einzelfällen. Volker Gebhardt appellierte an alle betroffenen Waldbesitzer, bei der Bergung des Holzes größte Vorsicht walten zu lassen. Weil die Bäume meist mit ihrem Wurzelteller umgekippt sind, herrscht eine große Spannung. Er empfahl daher ausdrücklich, möglichst mit schwerer Forsttechnik zu arbeiten. Beim Aufarbeiten wird dem Nadelholz stets Vorrang eingeräumt; auch sind Einzelwürfe den Flächenwürfen vorzuziehen. In unverhältnismäßig schwer zugänglichen Arealen kann eine „Lebendkonservierung“ (Baum mit Wurzelteller) eine befristete Alternative sein.


Schadensschwerpunkte sind West-, Nord- und Ostthüringen (siehe Karte). Besonders hart traf es das relativ waldarme Forstamt Weida, das große Holzverluste hinnehmen musste. Weil die großen Sägewerke im Thüringer Osten liegen, sind die Wege aus den westlich gelegenen Schadgebieten sehr weit, aber über die Bundesautobahn 4 gut erreichbar. Anders sieht es mit dem Abtransport aus dem Norden aus. Hier müssen die Holztransporter über Land- und Kreisstraßen den Weg nach Osten nehmen, was deutlich aufwendiger und kostenintensiver ist. Aus diesem Grund plant der Staatsbetrieb im Forstamt Leinefelde zunächst ein Beregnungslager mit einer Fichtenkapazität von 20.000 bis 30.000 fm anzulegen. An der Grenze zu Sachsen-Anhalt stellt ThüringenForst den anhaltischen Kollegen Platz zur Lagerung von Sturmholz aus dem Harz zur Verfügung. Der Thüringer Wald und das Ostthüringer Schiefergebirge, die beim Orkan „Kyrill“ im Jahr 2007 Hauptschadensgebiete waren, sind kaum in Mitleidenschaft gezogen worden. Hier wird der Frischholzeinschlag vorerst reduziert. Beim ThüringenForst geht man davon aus, dass alle bestehenden Holzverträge erfüllt werden können, zumal nicht die Schadholzmengen angefallen sind, die ein Nachjustieren der Kontrakte verlangt.


Ministerin Keller kündigte in Eschenbergen Hilfen für Waldbesitzer an. Wie die konkret aussehen, ließ sie noch offen. Der Waldbesitzerverband schlug bereits vor, nach der aufwendigen Bergung des Schadholzes ein umfangreiches Waldwegebauprogramm zu starten.

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