Feldtag: Stück für Stück wird es enger

02.06.2014

© Frank Hartmann

Fungizidversuche in Wintergerste stellen hier Katrin Gößner (M.) und Reinhard Götz (r.) von der TLL vor.

Zur Bildergalerie: Feldtag: Stück für Stück wird es enger

Gut 100 Landwirte folgten bei bestem Wetter der Einladung der TLL und des Landwirtschaftsamtes Bad Salzungen zum Feldtag Pflanzenschutz und Düngung auf die hervorragend angelegten Flächen der Versuchsstation in Friemar.

Zum Auftakt gab TLL-Pflanzenschutzexpertin Katrin Gößner einen Überblick über die saisonale Befallslage, die von Septoria-Infektionen im Dezember und Januar sowie von extrem frühen Gelbrostbefall geprägt ist. Bei starker Ausprägung werde letzterer zu Ertragsverlusten führen, prognostizierte Gößner. Sie berichtete zudem von brandaktuellen Entscheidungen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Während für das Rapsherbizid Clamazone die Abstandregelungen gelockert wurden, kam die plötzliche Anwendungsverschärfung für den Wirkstoff Glyphosat überraschend (siehe auch Seite 29). In Folge der Einschränkung neonikotinoider Beizmittel für Rapssaatgut empfahl die TLL-Fachfrau, Frühsaaten beim Raps zu vermeiden, Sorten mit zügiger Jugendentwicklung zu wählen und alle pflanzenbaulichen Maßnahmen anzuwenden, die eine rasche Entwicklung der Saat fördern würden.

Zum Stand der Novelle der Düngeverodnung informierte Dr. Wilfried Zorn (TLL), der davon ausgeht, dass im dritten Quartal das Bundesratsverfahren starten wird, damit die Novelle am 1. Januar 2015 in Kraft treten kann. Auch wenn noch nicht alle Details auf fachlicher und politischer Ebene geklärt seien, werde die Novelle zu weitreichenden Änderungen führen. Konsequenzen sind für die Düngebedarfsermittlung und die Düngemittelausbringung abzusehen. Das betreffe etwa die Begrenzung des Gülleeinsatzes im Herbst. Für die Praxis leitete Zorn an dieser Stelle Fragen nach der Güllelagerkapazität, der Schlagkraft und der Technik für die Gülleausbringung ab.

Weitere Konsequenzen würden sich für die detaillierte Düngebedarfsermittlung samt Dokumentation ergeben. Die Begrenzung der N- und P-Überschüsse sei ein weiterer heikler Punkt, wobei sich die deutschen Vorstellungen zum dreijährigen Mittel der N-Bilanz (60 kg) von den Forderungen der EU-Kommission (40 kg) deutlich unterschieden. Längere Sperrfristen und strengere Auflagen in Gewässernähe befänden sich noch in der Diskussion. Zorn kündigte ein neues Instrument zur Düngebedarfsermittlung an, an dem die ostdeutschen Landesanstalten derzeit arbeiten. 2017 soll es dem bekannten BEFU/SBA nachfolgen.

Bevor es auf die Versuchsfelder und zur Technikausstellung ging, stellte Jürgen Winter vom Agrardüsen-Hersteller Lechler eine im Versuch (Fit-Bee-Projekt) befindliche Unterblütenbehandlung in Raps mit dem sogenannten Dropleg-System vor. Ob sich das System, mit dem man auch in Kartoffeln experimentiert, durchsetzen kann, ist noch offen (siehe auch YouTube: Hilfe für Bienen: Droplegs).

Umfrage: Ferkelkastration



Wie steht es um den Wissens- und Qualifikationsbedarf bezogen auf Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration?

Zur Umfrage

ANZEIGE

ANZEIGE

ANZEIGE

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr