Fachschulen in Stadtroda und Erfurt

16.11.2017

© Fachschule Stadtroda

Anfang November eröffnete die Fachschule für Agrarwirtschaft Stadtroda mit einer kleinen Feierstunde das neue Schuljahr. 27 junge Frauen und Männer entschieden sich in diesem Jahr für eine  zweijährige Fachschulfortbildung. Absolvieren werden die Neuen, wie schon die „älteren Semester“ in Stadtroda, ihre berufsbegleitende Qualifizierung in der Winterschulform.
Anders als ihre Kommilitonen, die ihre Prüfungen noch als „Staatlich geprüfte Techniker“ mit Fachrichtung Landbau bzw. „Staatlich geprüfter Betriebswirt“ mit Fachrichtung Agrarwirtschaft ablegen werden, erfolgt bei den neuen Fachschülern erstmals die Fortbildung zum „Staatlich geprüften Agrarbetriebswirt“ mit Fachrichtung Landwirtschaft. Künftig werden alle Stadtrodaer Fachschüler diesen Abschluss erwerben.

 

Hauptschulabschluss und erfolgreiche Lehre


Mit ihrer amtlichen Veröffentlichung (30. Oktober) trat die neue „Thüringer Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Fachschulen im Bereich der Agrarwirtschaft“ (ThürAPOFA) rückwirkend zum 25. September in Kraft. Mit den Änderungen, so informierte die der TLL zugehörige Fachschule, sei eine Anpassung an die aktuelle Situation in der agrarwirtschaftlichen Fortbildung erfolgt. Mit erweiterten Zugangangsvoraussetzungen erhofft man sich mehr Bewerber und folglich auch Absolventen. Zudem wollte man eine stärkere inhaltliche Generalisierung des Bildungsganges forcieren.


Nunmehr wird es auch Schulabgängern mit Hauptschulabschluss nach der erfolgreich abgeschlossenen (landwirtschaftlichen) Berufsausbildung möglich sein, die Fachschule in Stadtroda zu besuchen. Im ersten Ausbildungsabschnitt in Stadtroda erfolgt für diese Fachschüler eine Prüfung (Besondere Leistungsfeststellung), die als Regelschulabschluss anerkannt wird. Mit dem Zugang für Hauptschüler zur Fachschulausbildung, der jetzt im Übrigen auch für die gärtnerische Fachschule an der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) in Erfurt gilt, passt sich Thüringen an die gängige Praxis in den anderen Bundesländern an. Oder anders formuliert: Thüringen beendet seinen Sonderweg, nur Regelschüler und Abiturienten (nach der Lehre) für die beiden Fachschulen zuzulassen.


Änderungen ergeben sich auch für die Unterrichtsinhalte. Beispielsweise wird der durch viele Fächer gekennzeichnete betriebswirtschaftliche Ausbildungsteil künftig auf zwei Fächer mit dem entsprechenden Stundenumfang konzentriert: In der „Angewandten Betriebswirtschaftslehre“ (480 Stunden) finden sich etwa klassische Themen wie die Rechnungslegung oder das Controlling wieder. Im Fach „Unternehmensmanagement“ mit einem Gesamtumfang von 220 Stunden dreht es sich etwa um strategische Fragen zur Finanzierung, zum Markt oder dem Absatz.


Inhaltliche Überarbeitungen gibt es auch für den Unterricht an der Gartenbaufachschule, wo Absolventen aber die bisherigen Berufsbezeichnungen nach zweijähriger Ausbildungszeit mit dem „Staatlich geprüften Techniker“ in den Fachrichtungen Gartenbau bzw. Garten- und Landschaftsbau beibehalten.

 

100 Schüler in Stadtroda


In Stadtroda nehmen derzeit 106 Fachschüler eine zweijährige Fachschulfortbildung in Winterschulform wahr. Zeitgleich läuft mit 15 Teilnehmern ein Vorbereitungskurs auf die Prüfung zum Tierwirtschaftsmeister.
Details zur ein- und zweijährigen Fachschulausbildung und Zugangs­voraussetzungen in Stadtroda und Erfurt: www.fachschule-stadtroda.de ; www.lvg-erfurt.de

 

 

Auswertung des Weizencups 2016/17: Ein Highlight des Fachschuljahres in Stadtroda ist der Weizencup. Der längst zur Tradition gewachsene Wettbewerb bietet den Fachschülern Gelegenheit, im fachlichen Wettstreit ihr ganzes Wissen und Können rund um den Anbau von Qualitätsweizen unter Beweis zu stellen. Im Rahmen der feierlichen Eröffnung des neuen Schuljahres an der Fachschule wurden die Gewinner des Winterweizen-Cups 2016/17 geehrt.
Angetreten waren die Fachschüler der zwei Winterschulklassen des Jahrganges 2015. Zehn Teams rangen um den höchsten Vergleichsdeckungsbeitrag bei der Produktion von Qualitätswinterweizen. Sie bestimmten die produktionstechnischen Maßnahmen von der Sortenauswahl über die Düngung bis hin zu den Pflanzenschutzmaßnahmen selbst. Dabei informierten sich die Fachschüler, die sich in dieser Zeit in ihren Betrieben zum Praktikum befanden, über das Gedeihen ihrer Bestände im Internet und trafen daraufhin die Entscheidungen für alle notwendigen Maßnahmen. Auf diese Weise wendeten die Fachschüler bereits vorhandene Kenntnisse an und erwarben handlungsorientiert Wissen und Können. Und: Sie bewiesen unternehmerisches Geschick. Unterstützt werden die Fachschule und die Teams seit langem vom Agrarunternehmen „Wöllmisse“ Schlöben eG, das die Parzellen (je 216 m²) zur Verfügung stellt. Weitere Unterstützer des Cups waren/sind neben Saatgutfirmen der ­Familienbetrieb Geßner aus Renthendorf und Landwirt Ullrich Keil.
Die erzielten Erträge reichten von 51 bis 66 dt/ha und sind für den Standort zum Teil gut. Allerdings konnte in diesem Jahr nur einmal die geforderte Einstufung als Qualitätsweizen erreicht werden. Gründe dafür waren der Witterungsverlauf und standortbedingte Besonderheiten.
Den 1. Platz belegte das Team Melina Sachs, Johannes Nickl und Stephan Bogenhardt mit einer direktkostenfreien Leistung von 334  €/ha und einem Ertrag von 66  dt/ha. Als einziges Team ernteten die Sieger Qualitätsweizen. Lukas Semineth, René Scheit und Rico Müller errangen den 2. Platz. Dieses Team kam auf eine direktkostenfreie Leistung von 342 €/ha und einen Ertrag von 66 dt/ha. Der Bronzeplatz ging an Benjamin Skupien und Theresa Liebeskind mit einer direktkostenfreien Leistung von 319 €/ha und einem Ertrag von 64 dt/ha.

 

Weizencupsieger 2016/17 (v. l.) mit Landwirt Ralf Geßner, der den Wettbewerb seit Jahren schon unterstützt: Stephan Bogenhardt, Melina Sachs und Johannes Nickl.  Foto: Fachschule Stadtroda

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