Europäische Innovationspartnerschaft

12.11.2014

© Sabine Rübensaat

Für die neue Innovationsförderung in der Landwirtschaft hat man den Etat deutlich aufgestockt.

In der neuen Förderperiode bis zum Jahr 2020 hat die EU ein spezielles Instrument zur Unterstützung von Innovationen im Agrar-, Ernährungs- und Forstbereich eingerichtet, die „Europäische Innovationspartnerschaft – Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI).

Bereits in der ausgelaufenen Periode ließ die EU eine derartige Förderung zu. Lediglich Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern machten in Deutschland davon Gebrauch. Hierzulande nannte sich das Programm abgekürzt „Innovationsförderung“. Ziel des Programmes war die Verbesserung des Wissens- und Technologietransfers in die Land- und Ernährungswirtschaft, erklärt Steffen Groß, zuständiger Referatsleiter im Agrarministerium. Mit der Innovationsförderung habe Thüringen bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Mit ELER- und Landesmitteln wurden sowohl kleine Investitionen als auch Sach- und Personalausgaben gefördert. Es ging um die Entwicklung neuer Produkte (siehe Seite 10), neuer Verfahren inklusive ihrer Erprobung in der Praxis sowie neuer Produktionstechnologien.

Insgesamt 42 Projektanträge erreichten die TLL, die deren Prüfung und Bewilligung verantwortete. 21 Projekte erhielten die Bewilligung über eine Fördersumme von insgesamt rund 2,1 Mio. € (BauernZeitung 31/2014 Seite 34; 32/2014 Seite 10; 33/2014 Seite 10).

Grundidee war und ist es auch im neuen Programm, dass sich Partner aus der Praxis und der Forschung, was auch forschende Firmen sein können, zusammentun. Steffen Groß berichtet, dass sich Partner bereits gefunden hatten und mit einer fertigen Projektskizze um die Förderung bewarben, sich aber auch Betriebe bzw. Forschungseinrichtungen an die TLL gewandt hatten, die einen Partner für die Umsetzung einer Idee suchten. Hier half die TLL, diesen zu finden und die Kooperation zu stiften. Das soll auch beim neu gestrickten Programm so bleiben, wofür ein „Innovationsbroker“ als Ansprechpartner bei der TLL installiert werden soll. Steffen Groß betont, dass bei den bisherigen Projekten „ergebnisoffen“ geforscht bzw. die Praxistauglichkeit untersucht werden konnte. Das heißt: „Ergebnis kann sein, dass etwas nicht funktioniert, was ja auch ein Erkenntnisgewinn ist.“ An diesem Prinzip will man auch in Zukunft festhalten.

Für die neue Innovationsförderung hat man den Etat deutlich aufgestockt. Vorausgesetzt der Genehmigung des ELER-Programmes durch die EU-Kommission, stünden in Thüringen von 2015 bis 2020 rund 11 Mio. € dafür zur Verfügung. Wenigstens zwei Partner aus Wissenschaft bzw. Wirtschaft müssen sich für ein förderfähiges Projekt zusammenfinden, wobei mindestens ein aktiver Land- bzw. Forstwirt oder Verband mitwirken muss. Die Projekte sollen den Wissenstransfer und Wissensaustausch (Innovationen) zum Inhalt haben. Neu sei, so Steffen Groß, dass auch die Neugründung von Netzwerken/Clustern sowie Konzeptentwicklungen (z. B. kooperative Nutzung von Anlagen und Ressourcen; lokale Absatzförderung; Umwelt- und Klimaschutz; erneuerbare Energien) Unterstützung erhalten können.

Gefördert werden in der Regel Personal- und Sachkosten, Ausgaben für Schulungen oder kleine Investitionen, wie etwa Computer. Bei Innovationsprojekten, also jenen, die die Praxis und Forschung betreffen, sind auch Investitionen für Maschinen, Geräte und Anlagen förderfähig. Steffen Groß betont ausdrücklich, dass es sich hier nicht um ein verstecktes Investitionsförderprogramm handle. Der innovative Charakter werde stets durch einen ministeriellen Begutachtungsausschuss bestätigt.Die Förderung wird für alle Projektarten auf drei Jahre begrenzt. Der Zuschuss für die Kosten der Zusammenarbeit beträgt höchstens 80 %; Kosten für Maschinen/Anlagen werden mit max. 60  % unterstützt.

Was ist innovativ?

Mit dieser und weiteren Fragen rund um das neue Thüringer Innovationsförderprogramm (Europäische Innovationspartnerschaften; EIP) beschäftigt sich am 2. Dezember eine Fachtagung in Erfurt. Agrarministerium, TLL, ThüringenForst und die Aufbaubank (TAB) laden ein, bisherige Erfahrungen an konkreten Beispielen, Grundsätzliches zu Innovationen in der Landwirtschaft sowie Details des neuen Förderprogrammes vorzustellen und zu diskutieren.

2. Dezember, 9.30 bis 15.30 Uhr, Sparkassen-Konferenzzentrum, Bonifaciusstraße 14, 99084 Erfurt; Anmeldung unter: veranstaltung@aufbaubank.de; Info-Flyer: www.thueringen.de/th8/tmlfun

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