EU-Anbaubeschränkung: Jetzt schon an 2017 denken

06.05.2014

© Sabine Rübensaat

Zur Aussaat staubte es in diesem Jahr. Jetzt brauchen die Zuckerrüben Wasser.

Perfekte Bedingungen herrschen in diesem Frühjahr für die Bestellung und die Bestandsführung, sagt Vorstandschef Steffen Steinbrück von der Erzeuger-Genossenschaft Neumark eG. Das trifft auch für die Aussaat der Zuckerrüben auf 155 ha zu, die Ende März erfolgen konnte. Allerdings fehlt der Niederschlag. In Neumark fiel von Januar bis März mit 40 mm lediglich ein Drittel der üblichen und notwendigen Menge. Umso mehr konnte man sich nicht nur in Neumark über den Regen am vorigen Wochenende freuen. Im Weimarer Land gingen zwischen zehn und 40 mm runter.

Thomas Rothe, Geschäftsführer des Sächsisch-Thüringischen Anbauverbandes, hofft für die meisten Rübenanbauer noch auf Regen. Denn anders als in Thüringen warten die meisten Landwirte im Anbaugebiet noch immer auf Niederschlag, nicht nur im Interesse der jungen Zuckerrübensaat. Die sei auf den rund 25  000 ha drei bis vier Wochen früher in den Boden gekommen als im Jahr 2013. Somit haben die 1 180 Zuckerrüben anbauenden Agrarbetriebe schon Anfang April die Aussaat abschließen können. Selbst die ersten Nachauflaufbehandlungen (NAK) konnten vielerorts schon in der ersten Aprilhälfte durchgeführt werden, so Rothe.

Während die 2014er Zuckerrübensaat erst noch heranwächst, machen sich die Landwirte im hiesigen Anbauverband bereits Gedanken über das Jahr 2017. Denn wenn die Aussaat in drei Jahren ansteht, gibt es für die Zuckerrübe keine EU-Anbaubeschränkung mehr. Laut Thomas Rothe hoffen die Verbandsvertreter, den Anbau in Sachsen, Thüringen sowie im südlichen Sachsen-Anhalt und Brandenburg auf 32 000 ha stabilisieren zu können. Dies käme einer Ausweitung des Anbaus um 30 % gleich. Mit diesem Anbauumfang wären die beiden Südzucker-Fabriken in Zeitz und Brottewitz sicher zu erhalten, hoffen die Rübenbauern. Südzucker hatte bereits angekündigt, die Kampagnen seiner Fabriken ab 2017 mit 120 Tagen fahren zu wollen, um deren Auslastung zu verbessern.

Die Landwirte wissen heute schon, dass ab dem Jahr 2017 das Thema Transportkosten und damit die Entfernung zu den Zuckerfabriken mit über die Zukunft des Anbaus in den Regionen entscheiden wird. Das, so Verbandsgeschäftsführer Rothe, hieße aber nicht, dass alle Betriebe ab einer bestimmten Entfernung aufhören müssten. Diese Entscheidung hänge von der Leistungsfähigkeit des einzelnen Landwirtschaftsbetriebes, von der Technikauslastung oder einer möglichen Anbauerweiterung ab. Dennoch erwarte man im Verband, dass der Anbau von Zuckerrüben auf den fabriknahen Standorten nach 2016 „überproportional“ zulegen und so eine weitere Spezialisierung erfolgen wird.

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