Erstmals Schafe gerissen

29.05.2015

© Harald Lachmann

Der von Naturschützern gefeierte Wolf ist da - die Unterstützung der Nutztierhalter im „Grünen Herzen“ bislang nur ein Lippenbekenntnis.

Schwabhausen. Beim ersten gutachterlich bestätigten Beutezug des Wolfes in einem Thüringer Nutztierbestand sind gut ein Dutzend Herdbuchschafe getötet bzw. verletzt worden. Wie der verantwortliche Schäfermeister der Agrar eG Schwabhausen, Gerd Steuding, berichtete, sind dabei fünf Merinolangwollschafe des Stammzuchtbetriebes verendet. Sieben weitere Schafe wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich unweit von Wechmar. Laut Rissgutachter Uwe Müller, der umgehend gerufen worden war, wiesen die Bissspuren und Verletzungen eindeutig auf einen Wolf hin. Labortechnisch geklärt werde jetzt noch, ob es sich bei dem Raubtier um das bislang einzig in Thüringen nachgewiesene Exemplar, das aus der Lausitz stammen soll, handelt. Die Fähe war vor einem Jahr auf dem Areal des einstigen Truppenübungsplatzes Ohrdruf nachgewiesen worden.

 

Das Umweltministerium kündigte bereits vor Monaten an, ein Gebiet mit einem Radius von 30 Kilometern um den nachgewiesenen Siedlungsraum des Wolfes deklarieren zu wollen. Die Weideflächen der Schwabhausener Schafe liegen in diesem avisierten Wolfsgebiet. Innerhalb des Wolfsgebietes wirtschaftende Nutztierhalter sollen für die Anschaffung präventiver Schutzinstrumente eine Förderung erhalten. Bislang warten die Nutztierhalter der Region (Kreis Gotha, Ilm-Kreis, Kreis Suhl, angrenzende Teile des Kreises Schmalkalden-Meinigen, Erfurt) aber vergeblich auf den Start des Programmes. Ein Wolfsmanagementplan wurde bereits vor Jahren auf den Weg gebracht.

 

Derzeit bekommen Nutztierhalter in ganz Thüringen eine Entschädigung, wenn Wolf und Luchs bei ihnen Beute gemacht haben. Im Dezember 2014 hatte nachweislich ein Luchs eine Ziege in Nordthüringen gerissen.

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