Erste Fachtagung der IGS

30.03.2015

© Frank Hartmann

Mitinitiatoren Interessengemeinschaft der Schweinehalter

Die neu gegründete „Interessengemeinschaft der Schweinehalter in Thüringen“ (IGS) rief am 18. März zu ihrer ersten Fachveranstaltung nach Pfiffelbach. Über 100 Interessierte, der überwiegende Teil davon Berufskollegen, konnte der IGS-Vorsitzende und Moderator der Veranstaltung, Dr. Michael Mußlick, begrüßen.

 

Mit Roland van Asten vom gleichnamigen Nordthüringer Schweinezucht- und Mastunternehmen und André Telle von der Agrar eG Heberndorf legten zwei der neun Praktiker, die an der Gründung der IGS mit beteiligt waren, die Motive für ihr Engagement dar. Dazu zähle unter anderem die Förderung des fachlichen Austauschs unter den Schweinehaltern im Lande. Daneben gelte es, die Ausgestaltung rechtlicher Regelungen, die zu einem großen Teil in die Verantwortung des Landes fallen, zu begleiten.

 

Eine solche Regelung sorgt momentan für große Verunsicherung unter den Thüringer Sauenhaltern. Das Sozialministerium will die Kastenstandbreiten in Sauenanlagen nach eigenen Vorstellungen regeln und auch erst jüngst geneh-migte Anlagen zum kurzfristigen Umrüsten zwingen, also keinen Bestandsschutz gewähren. Von Alleingang und Willkür ist da die Rede, aber auch vom Ignorieren fachlicher Argumente.

 

Aktuell steht für die Schweinehalter die Entscheidung zur Teilnahme an der Tierwohlinitiative an. Über die Details des Verfahrens informierten auf der IGS-Tagung Dr. Dirk Hesse (Agrikontakt GmbH) und Wolfgang Helmboldt von der TBV-Service und Marketing GmbH als Bündler. Beide empfahlen den Thüringer Schweinehaltern die Teilnahme an dem Programm. Zuvor sollte jeder Betrieb anhand von veröffentlichten Checklisten der Initiative prüfen, welche Tierwohlbausteine er tatsächlich umsetzen kann. Zudem wurde dazu geraten, vor dem eigentlichen Audit einen „Probeaudit“ durchführen zu lassen, um mögliche Schwachstellen aufdecken und auch abstellen zu können. Fachanwalt Stephan Birko erläuterte in Pfiffelbach die Rechtslage bei Tierschutzkontrollen durch die Veterinärbehörden inklusive den Umgang mit  daraus erteilten Auflagen. Birko gab den Rat, jederzeit mit den amtlichen Veterinären zu kooperieren, unabhängig davon, ob der Tierhalter ein Widerspruchsverfahren anstrebt. Zudem sollten Tierhalter nicht vergessen, Ergebnisse beanstandungsfreier Kontrollen zu dokumentieren und sich bestätigen zu lassen.

 

In der Diskussion wurden u. a. Fragen zu Spaltenböden, dem tierschutzgerechten Töten und zu Kastenstandbreiten erörtert. Die IGS beabsichtigt, vor dem Sommer zu einer zweiten Fachtagung einzuladen.

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