Erntekronenwettbewerb der Landfrauen

04.11.2016

© TBV

Prämierung der schönsten Erntekrone auf der Erfurter Messe (v. l.): die Vorsitzende des Thüringer Landfrauenverbandes, Angelika Geilert, Ministerin Keller, Messeleiter Thomas Weißenborn und Marlies Jungermann. Platz zwei ging an die Kronen der Ortsvereine Stotternheim und Ehrenhain, Bronze nach Dreitzsch. Die Krone des Ortsvereins Neudietendorf erhielt den Publikumspreis.

Dienstag dieser Woche wollte TBV-Präsident Helmut Gumpert der symbolischen Übergabe der Erntekrone an Ministerpräsident Bodo Ramelow zum Landeserntedankfest in Sömmerda die tatsächliche in der Staatskanzlei folgen lassen. Dort findet jene Erntekrone ihren Platz, die die Landfrauen des Ortsvereins Kleinmölsen banden. Zum Erntekronenwettbewerb des Landfrauenverbandes, der seinen Höhepunkt auf den Grünen Tagen in Erfurt erlebte, hatten zudem die Ortsvereine aus Kieselbach, Neudietendorf, Behrungen, Erfurt, Ehrenhain, Dreitzsch, Stotternheim und Nohra-Wollersleben Kunststücke eingereicht.


Der Preis für die schönste Erntekrone ging in diesem Jahr an die Landfrauen des Ortsvereins Nohra-Wollersleben. Marlies Jungermann nahm den Preis auf den Grünen Tagen im Beisein von Landwirtschaftsministerin Birgit Keller entgegen. Das Getreide für die Erntekorne, so berichtete Jungermann, stammte von den Feldern ihres Sohnes, wo sie es zusammen mit ihrem Mann eigenhändig geschnitten hatte.


Zusammen mit der bereits 79-jährigen Landfrau Irene Heye und der 60-jährigen Ilona Heye begann die 69-jährige Marlies Jungermann die Krone zu binden. Hierbei gilt u. a., dass jeder Bogen einheitlich mit je einer der vier traditionellen Getreidearten Thüringens – Weizen, Gerste, Hafer und Roggen – zu umwickeln ist. Zum Ausschmücken verwendeten die Landfrauen aus Nohra-Wollersleben nur natürlichen Schmuck, etwa ein Kranz von Haferähren mit Zittergras und getrockneter fetter Henne. In die prämierte Erntekrone wurden aber auch rote und blaue Schleifenbänder eingearbeitet. Die Farben der Bänder stehen für verschiedene Feldblumen, die in früheren Zeiten immer Begleiter des Getreidebestandes waren. Das rote Band steht für Klatschmohn (Symbol für reife Früchte) und das blaue für Kornblumen (Symbol für Himmel/Wasser). Insgesamt, so Jungermann, dauerte die Fertigung der Erntekorne ca. 150 Stunden.


Früher wurden von der Bauernfamilie, die die Krone gewickelt hatte, am unteren Kranz noch verschiedene Spruchbänder angebracht. Diese enthielten Danksagungen für die eingebrachte Ernte, standen aber auch für Hoffnung und Sorgen der Landwirte sowie den Glauben des Bauern an seine Arbeit. Zu dieser Zeit habe jedes Jahr noch ein anderer Bauernhof die Krone für die örtliche Kirche gestiftet, weiß Jungermann zu berichten.

 

 

 

25 Jahre TLV
Der Thüringer Landfrauenverband (TLV) blickt in diesem Jahr auf seine 25-jährige Geschichte zurück. In dieser Zeit entwickelte er sich zum mitgliedstärksten Landfrauenverband in Ostdeutschland. Anlässlich des Deutschen Landfrauentages 2016 im Juli in Erfurt wurde das Jubiläum mit 500 Landfrauen, Partnern und Gästen aus Politik und Wirtschaft gefeiert.

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