Ernte bringt keine Freude

02.08.2017

© Frank Hartmann

Wie hier im Weimarer Land konnte am vorigen Sonntag und Montag gedroschen werden. Mit Verweis auf die TLL schätzte das Agrarministerium zu Wochenbeginn ein, dass in Ostthüringen und nördlich von Erfurt gut ein Drittel der Rapsflächen beerntet waren. In den anderen Landesteilen lag der Wert darunter, beim Weizen und der Sommergerste ging man landesweit von rund zehn Prozent gedroschener Flächen aus.

Zum Wochenstart, mit dem Beginn des Augustes, boten die Felder im Freistaat ein alarmierendes Bild: Reifer Weizen und Raps, soweit das Auge reicht. Die Druschfruchternte ist in Verzug, zum Teil heftige Niederschläge sorgten landesweit immer wieder für tagelange Unterbrechungen. Insbesondere bei den genannten Hauptkulturen droht jede weitere Verzögerung die bereits eingesetzte Qualitätsminderung (Fallzahl/Auswuchs) zu forcieren.


Nach Einschätzung des Agrarministeriums gelte dies auch für Durumweizen, Roggen und Triticale. Überdies werde zunehmend über Fusarium- bzw. Schwärzepilzbesatz berichtet. Extreme Ertragsverluste seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu befürchten, ausgenommen nicht geerntete Futtererbsen. Dennoch: Weitere Niederschläge in größeren Mengen könnten die Standfestigkeit (Lager) und Strohstabilität (Halmknicken) der Bestände beeinträchtigen, sodass in diesen Fällen auch mit Ertragsverlusten zu rechnen sei. Unkrautdurchwuchs kann bei lagernden Druschfrüchten zum qualitätsmindernden Faktor werden.

 

Ständiges Hin und Her


Von schwer befahrbaren Flächen und einem ständigen Hin und Her auf der Suche nach druschfähigen (trockenen) Schlägen berichtete zu Wochenbeginn Josef Kraus von der Agrar eG Gerstungen. Zunächst verzögerte sich zum Erntestart die Abreife. Nunmehr komme man nach acht bis zehn Tagen Stillstand kaum noch hinterher, weil insbesondere Raps und Weizen zeitgleich reif seien und sehenden Auges die Qualität abrutscht. Etwa ein Drittel des Rapses und ein Viertel des Weizens waren zu Wochenbeginn geborgen. Weil der Raps eher abtrocknet, begannen die Gerstunger am vorigen Wochenende hier mit dem Drusch und wechselten dann im Laufe des Tages in den Weizen. Das Glück stand den Westthüringern bei den Erbsen zu Seite, wo 80  % der Flächen vor dem großen Regen im Sack waren. Hier stimmten Ertrag und Qualität. Auf den Restflächen hingegen gab es nicht mehr viel zu ernten.


Auch wenn in entgegengesetzter Richtung, in Ostthüringen, weniger Niederschläge niedergingen, wünschen sich auch hier die Betriebe mal zehn Tage Sonnenschein am Stück. In der Naundorfer Agrar eG hat der Weizen jetzt klar Vorrang. 15 % der Fläche war laut Thomas Just zu Wochenbeginn beerntet. Bislang sei die Qualität noch in Ordnung, gleichwohl der Ertrag nur einen Durchschnittswert anzeigt. Beim Raps konnten etwa 60  % der Flächen beräumt werden. Aufwendig gestalte sich die Strohernte, weil Niederschläge mitunter mehrmaliges Wenden verlangten.

 

Nachtmahd inklusive


In der Sommergerste ging es Sonntagnacht im TLPVG Buttel­stedt bis 3.15 Uhr, am Montag bis Mitternacht: Jede Minute muss und will man jetzt laut Andreas Kröckel nutzen. Bei Raps, Weizen und Dinkel stehe man im Prinzip noch ganz am Anfang der Ernte, wobei der Weizen Vorrang besitzt. Qualitätsverluste aufgrund eines geringen Hektolitergewichtes, gerade beim frühen Weizen, seien absehbar. Beim Raps, wo seit 15 Jahren nicht mehr gesehene Auswuchsprobleme auftreten, rechnet man in Buttelstedt mit allenfalls durchschnittlichen Erträgen und geringen Ölgehalten.

 

Raps war trocken


Gut 90 mm Regen an zwei Tagen wurden in der vorigen Woche von der Agrar eG Heringen gemessen. Am Wochenende, so berichtete es Helmut Enzenberg, konnte Raps gedroschen werden, der, anders als der Weizen, trocken war. Dienstagfrüh regnete es dann aber schon wieder, und mit 22  mm auch nicht gerade knapp.  Bei den Nordthüringern standen noch 25 % des Rapses und 75 % des Weizens. Bei Letzterem lasse die Qualität merklich nach. Die Erträge erreichten bestenfalls Durchschnittswerte.


Im Südosten des Freistaates konnte die Agrar GmbH Hirschberg am vorigen Sonnabend die Wintergerstenernte abschließen. Niederschläge (über 100 mm im Juli) unterbrechen laut Birgit Franz auch in diesem späten Reifegebiet den Erntefluss merklich. Im Weizen begann zum Teil die Mahd, die bei Raps und Sommergerste noch aussteht.

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