Ehrgeiz gehört dazu

20.08.2015

© LVTZ

Siegerböcke der Thüringer Wald Ziegen: 1a-Sieger Big Benn von Marion Kämmerer (r.) und der 1b-Bock Zsolt von Karin Steinmetz.

Sie gilt als Höhepunkt für die Ziegenzüchter im Land: die jährlich ausgetragene zentrale Prämierungsveranstaltung des Landesverbandes Thüringer Ziegenzüchter. Am vorigen Wochenende erlebte sie ihre 13. Auflage, zum wiederholten Mal in der Lanz-Bulldog-Scheune in Wersdorf bei Apolda. Selbst das Fernsehen war gekommen, um über die Prüfung der Zuchttauglichkeit von 40 Tieren zu berichten. Zehn Herdbuchzüchter trieben insgesamt 40 Ziegen der Rassen Thüringer Wald Ziege, Burenziege und Weiße Deutsche Edelziege auf.


Herdbuchzüchter der Anglo-Nubier-Ziegen mussten leider kurzfristig aufgrund technischer Probleme am Transportfahrzeug absagen. Ebenfalls fehlten die Thüringer Wald Ziegen vom  Ziegenhof Peter in Greußen. Hier wurde aufgrund der hohen Tierzahlen (31 Herdbuchaufnahmen und 7 Körungen) die Bewertung direkt auf dem Hof vorgenommen.

 

Den Auftakt in Wersdorf bildete die Körung der „Jung“-Böcke aus den Geburtsjahrgängen 2013 bis 2015. Unter den kritischen Blicken der Körkommission (Zuchtleiter Arno Rudolph,  Sebastian Apfel, Frank Stachelrodt) wurden die mindestens fünf Monate alten Tiere nach dem traditionellen Neun-Punktesystem bewertet. Jeder Bock erhielt eine Note für Rahmen und Form. Bei den Fleischziegenrassen, in diesem Fall die Burenziegen, urteilten die Richter zudem über die Bemuskelung. Für die Zuchtböcke der Milchziegenrassen ist die Milchleistung der Mutter das wichtige Leistungskriterium für den Einsatz in der Herdbuchzucht.


Dr. Udo Moog vom Ziegengesundheitsdienst der Thüringer Tierseuchenkasse führte gleichzeitig eine Untersuchung auf Zuchttauglichkeit nach tiergesundheitlichen Aspekten durch. Dabei prüfte der Fachtierarzt u. a. die Hodengröße und -beschaffenheit sowie ein fehlerfrei entwickeltes Gebiss. Die Herdbuchaufnahme der weiblichen Ziegen ließ im Anschluss an die Bockkörung nicht lange auf sich warten. Von allen aufgetriebenen Tieren wurde das Lebendgewicht erfasst und die Widerristhöhe gemessen, um die Entwicklung in den einzelnen Altersklassen besser vergleichen zu können. Bei der anschließenden Prämierung machten es sich die Richter nicht einfach, da die Beurteilungsklassen bei den Thüringer Wald Ziegen und den Burenziegen gut besetzt waren und alle Tiere eine ausgeglichene Qualität aufwiesen. Des Weiteren erschwerten die unterschiedlichen Geburtsjahrgänge die Einteilung in die Prämierungsklassen. So trieb die strahlende Sonne nicht nur der Körkommission den Schweiß auf die Stirn, sondern sorgte auch bei dem einen oder anderen Züchter für ein erhitztes Gemüt.


Letzteres ist Beleg dafür, dass die Thüringer Herdbuchzüchter sehr ehrgeizig sind und den züchterischen Wettbewerb intensiv betreiben. Das wissen Kollegen aus anderen Bundesländern längst. So hatten u. a. Züchter aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern den weiten Weg nach Wersdorf auf sich genommen, und manch einer von ihnen ist mit einem Neuzugang für seine Herde wieder nach Hause gefahren.

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