Dürrehilfen

04.09.2018

© Sabine Rübensaat

Am 11. September will die Landesregierung über finanzielle Hilfen für die in ihrer Existenz bedrohten Landwirtschaftsbetriebe entscheiden. Das kündigte Agrarministerin Birgit Keller an, nachdem die Bundesregierung  zugesagt hatte, durch die Dürre getroffene Betriebe mit 340 Mio. € stützen zu wollen. 

 

Im Thüringer Agrarministerium  geht man derzeit von 260 heimischen Betrieben aus, die sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden. Dies förderte eine qualifizierte Umfrage zutage, an der sich 900 Unternehmen und damit fast jeder zweite Agrar- bzw. Haupterwerbsbetrieb beteiligt hatte. Abgefragt wurden bereits messbare Ergebnisse der Druschfrucht- und Futterernte als auch noch zu erwartende Schäden bzw. Aufwendungen etwa durch Grobfutterzukäufe. Zudem ging es um die Frage, ob Erlösrückgänge von mehr als 30 % in den Betriebszweigen Acker- und Futterbau sowie im Gesamtbetrieb abzusehen sind.

 

Abschlag möglich

 

Bei den 900 Betrieben summiert sich der Gesamtschaden auf rund 88 Mio. €. Die 260 in ihrer Existenz Gefährdeten erlitten Schäden von insgesamt 30 Mio. €. Mit jeweils 7,5 Mio. € wollen Bund und Land Hilfen gewähren. Somit könnten 50 % der betriebsindividuellen Schäden mit einem nicht rückzahlbaren Zuschussausgeglichen werden. 

 

Bis spätestens Mitte September wollen sich der Bund und die betroffenen 14 Bundesländer auf Details zum Prozedere geeinigt haben. Die Antrags- und Bewilligungsverfahren sollen zügig durchgeführt werden, nicht zuletzt, weil die Mittel noch in diesem Haushaltsjahr abfließen müssen. Laut Bundesministerin Julia Klöckner können die Länder auch Abschlagszahlungen vornehmen sowie Anträge von Futterbaubetrieben bevorzugt bearbeiten. 

 

Der Thüringer Bauernverband (TBV) begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung, Betriebe in ihrer Notlage zu unterstützen. „Jetzt kommt es darauf an, dass die Landesregierung die erforderlichen Verfahren zur Prüfung der Bedürftigkeit der einzelnen Betriebe zügig aufsetzt. Wichtig ist für die betroffenen Betriebe, schnellstmöglich Klarheit über die mögliche Unterstützung zu erhalten. Denn die Hilfe wird jetzt benötigt. Je früher umso besser, denn insbesondere Futterbaubetriebe brauchen schnelle Unterstützung“, erklärte TBV-Präsident Dr. Klaus Wagner. 

 

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Mitteldeutschland beklagte, dass die Molkereien die Milcherzeugerpreise weiterhin auf einem viel zu niedrigen Niveau halten würden, obwohl die erzeugte Milchmenge hitze- und trockenheitsbedingt seit Wochen sinkt. „Wir sind sicher, dass sich die Handelsketten bewegen, wenn die Molkereien sich ernsthaft bemühen“, erklärte Geschäftsführer Reiko Wöllert. Aus Sicht der AbL sei die Solidarität in der Bevölkerung mit den von der Dürre betroffenen Bauern sehr groß. Ein Preisanstieg, der voll bei den Milcherzeugern ankäme, stieße auf großes Verständnis.

 

Enormer Schaden

 

Die Gesamternteschäden in Thüringen sind bislang noch nicht abzuschätzen. Die Mindererträge allein bei Winterweizen, Wintergerste und Winterraps dürften sich im Vergleich zum Vorjahr auf einen Wert von rund 90 Mio. € summieren.

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