DÜrre: Prüfung des Ausmaßes dauert an

16.08.2018

© Sabine Rübensaat

Erfurt. Das Agrarministerium ist weiterhin darum bemüht, konkrete Daten über die dürrebedingten, einzelbetrieblichen Schäden zu erhalten. Anfang kommender Woche rechne man mit ersten soliden Ergebnissen. Auf Anfrage teilte das Ministerium mit, dass die in der vorigen Woche kurzfristig anberaumte Befragung der Betriebe am 13. August endete. Die Betroffenheit und angegebene Schadenshöhe der Betriebe wertet die TLL aus. 

 

Zu diesem Vorgehen sagte Agrarministerin Birgit Keller der Bauernzeitung: „Wir fahren auf Sicht und behandeln die schwierige Situation mit aller gegebenen Sorgfalt. Wenn Dürrebeihilfen nötig werden sollten, sehen wir weiterhin den Bund in der Pflicht, die Länder finanziell zu unterstützen.“

 

In einer ersten Schnelldurchsicht habe sich bestätigt, dass die regionale und teilweise sogar lokale Betroffenheit bei den Agrarbetrieben sehr unterschiedlich ausfällt. Gemeldet hätten sich vor allem Betriebe, die eine Existenzgefährdung befürchten.

 

Laut der aktuellen Auswertung der amtlichen Ernteproben vom 10. August ergibt sich im Landesdurchschnitt folgendes Bild: Wintergerste -15 %, Winterweizen -17 %, Sommergerste -8 %, Winterraps -22 %, Winterroggen -16 %, Triticale -12 % (jeweils im Vergleich zum Ertragsdurchschnitt der vorangegangenen drei Jahre). Sowohl bei Mais und Ackerfutter als auch auf dem Grünland sind Ertragseinbußen je nach Region zwischen 20 und 60 % zu erwarten. 

 

Der Thüringer Bauernverband (TBV) wies unterdessen darauf hin, dass es im Freistaat, anders als von Ökoverbänden gefordert, keine Allgemeinverfügung zum Einsatz konventioneller Futtermittel im Ökolandbau gebe. Vielmehr müssten tierhaltende Ökolandwirte bei dürrebedingten Versorgungsengpässen einzelbetrieblich einen Antrag zum Verfüttern konventioneller Futter stellen. Die jeweilige Öko-Kontrollstelle des Betriebes müsste diesen Antrag befürworten, bevor er von der zuständigen amtlichen Stelle in Thüringen, der Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), beschieden werden kann. 

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