Degressive Ausgleichszulage

11.06.2014

© Frank Hartmann

Gut 45 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Thüringens gelten als benachteiligtes Gebiet. In diesem will man vor allem die tiergebundene Grünlandnutzung sicherstellen.

Die Ausgleichszulage für die Landwirtschaft in benachteiligten Gebieten wird ab dem Jahr 2015 nach einer neuen Systematik ausgereicht. Ein entsprechendes Konzept stellte das Agrarministerium den Landwirtschafts- und Umweltverbänden (WiSo-Partnern) in Erfurt vor.

Die Grundidee: Je höher der Grünlandanteil im Betrieb und je schlechter die natürlichen Anbaubedingungen, desto höher ist der Ausgleichsbetrag pro Hektar, den die Bewirtschafter erhalten. Ab einer Betriebsfläche von 300 ha werden die Zahlungen prozentual gekürzt. Insgesamt sollen in Thüringen pro Jahr für die Ausgleichszulage rund 20 Mio. € zur Verfügung stehen, was knapp über dem Volumen der Vorjahre liegen würde. An der bisherigen Kulisse ändert sich bis zum Jahr 2017 erst einmal nichts.

Laut Agrarministerium habe es keinen Weg vorbei an den Änderungen gegeben, die bei den landwirtschaftlichen Wiso-Partnern auf Akzeptanz stießen. EU-Vorgaben zufolge ist ein Ausschluss bestimmter Kulturarten aus der Förderung zukünftig nicht mehr möglich. Bisher waren Mais oder Weizen hierzulande im benachteiligten Gebiet von der Förderung ausgeschlossen. Auch die bisher in Thüringen praktizierte Differenzierung der Beihilfesätze zwischen Grünland und Ackerflächen lässt die EU-Kommission künftig nicht mehr zu. Die Degression der Beihilfe sei ab einer festzulegenden Fläche des Betriebes zwingend vorgeschrieben. Dagegen gestattet Brüssel ausdrücklich eine Differenzierung der Beihilfe auf Basis des Bewirtschaftungssystems und der Ausprägung der natürlichen Benachteiligung, wofür hierzulande die Landwirtschaftliche Vergleichszahl (LVZ) herangezogen wird.

Erklärtes Ziel des Agrarministeriums sei die Stärkung der Tierhaltung und der tierbezogenen Grünlandnutzung. Dem sollen die neuen Förderregeln Rechnung tragen.

 

Niedriger Ertragswert und viel Grünland

Grundsätzlich fällt die degressive Kürzung moderat aus. Bis 300  ha Fläche im benachteiligten Gebiet findet keine Kürzung der Beihilfe statt. Zwischen 300 und 600 ha wird eine Kürzung  um sechs Prozent, über 600 ha um zwölf Prozent angesetzt. Als Basis wählte man den bisherigen durchschnittlichen Flächenumfang von 300 ha.

Nach der Systematik erhält der Betrieb die höchste Zulage, dessen Grünlandanteil an der  Gesamtnutzfläche über 70 % liegt und der auf Böden mit einer LVZ weniger als 16 wirtschaftet.  Hier wird die Förderung mit 195  €/ha angesetzt. Bei gleich hohem Grünlandanteil reduziert sich die Zulage bis zu einer LVZ von 30 und darüber auf 120  €/ha. Weitere Abstufungen gibt es für Betriebe mit einem Grünlandanteil zwischen 40 und 70 % (LVZ von unter 16 bis 30 und darüber: 155 bis 80 €/ha) sowie für Betriebe mit einem Grünlandanteil unter 40 % an der LN (LVZ 16 bis maximal 30: 80 bis 30 €/ha).

Laut Agrarministerium können die Verbände in den nächsten Tagen noch Verbesserungsvorschläge einreichen.

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