Dauergrünland

21.01.2013

 

 

Seit 2003 sollen in Deutschland 250.000 ha Dauergrünland verloren gegangen sein. Die Bundestagsabgeordnete der Bündnisgrünen Cornelia Behm schlug daher Ende vorigen Jahres Alarm. Den Zahlen des Bundesagrarministeriums zufolge habe zwar der Grünlandanteil insgesamt in den Jahren 2011 und 2012 teilweise wieder geringfügig zugenommen. Entwarnung können aber nicht gegeben werden, zumal die Grünlandfläche in Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen weiter abnehme. Sie empfahl diesen drei Ländern, per sofortigem Verbot den Grünlandumbruch zu unterbinden. Dazu wird es zumindest in Thüringen vorerst nicht kommen.In der Tat verringerte sich die im Sammelantrag zur Flächenförderung für Thüringen beantragte Dauergrünlandfläche vom Referenzjahr 2003 (180.728 ha) zum Jahr 2012 (169.253 ha) um knapp 4,9 %. Im Agrarministerium in Erfurt weist man dar­auf hin, dass es zwischen dem tatsächlich vorhandenen Dauergrünland und dem Dauergrünland, für das Flächenbeihilfen beantragt werden, Differenzen gebe. So könne für einen Teil der ehemals im Jahr 2003 noch für Agrarförderungen beantragten Dauergrünlandflächen die Nutzung aufgegeben worden sein, weshalb kein Antrag mehr auf Flächenförderung gestellt werde. Auch gebe es Dauergrünlandflächen, die seit 2003 bis heute noch bewirtschaftet würden, deren Nutzer aber erst seit kürzerer Zeit keine Flächenförderungen mehr für diese beantragten. Diese Flächen fielen dann aus der Statistik heraus. In welchem Umfang dies im Freistaat der Fall sei, darüber machte das Ministerium keine Angaben. Gleichwohl gebe es „echte Verluste“ von Dauergrünland im Freistaat.

 

Verbuschung ist auch eine Ursache

 

Ursachen dafür wären beispielsweise die Ausweisung landwirtschaftlicher Flächen für Gewerbegebiete, Wohnbebauung oder Infrastrukturprojekte, inklusive der damit verbundenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. „Auch fortschreitende Verbuschung hat in gewissem Umfang, insbesondere in Waldrandlagen, zum Verlust beigetragen.“ Die Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland spiele nur eine untergeordnete Rolle, so das Agrarministerium. Fakt sei, dass bei einer Überschreitung der Grünlandverluste um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Basisjahr 2003 ein Verfahren etabliert werden muss, das den Grünlandumbruch im Freistaat regelt. Dies würde Betriebe betreffen, die die Betriebsprämie, Ausgleichszulage und KULAP, also alle von der EU-mitfinanzierten Programme, in Anspruch nehmen. Und das dürften hierzulande die meisten Bewirtschafter von Dauergrünland sein. Bei einem Rückgang von acht Prozent würde ein grundsätzliches Verbot des Grünlandumbruches in Thüringen erlassen.


Im Ministerium erinnert man daran, dass sich viele Bewirtschafter bereits im Rahmen ihrer Teilnahme an Agrarumweltmaßnahmen freiwillig zur Erhaltung des Gesamtumfanges der Dauergrünlandfläche ihres Unternehmens verpflichteten.


Um ein Fortschreiten des Grünlandverlustes zu vermeiden, gelte es, seine Inanspruchnahme im Falle von Infrastrukturmaßnahmen auf „das unbedingt notwendige Maß“ zu reduzieren. Den Erhalt von Grünland  sichere aber vor allem seine „regelmäßige dauernde Nutzung. Insofern trügen auch alle Maßnahmen zur Unterstützung der Haltung von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden zur Grünlanderhaltung bei. Wie diese Unterstützung künftig in Thüringen ausfällt, soll das neue  Grünlandkonzept formulieren, das aller Voraussicht nach im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt wird. BZ


 

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