Braugerstenverein

12.07.2013

Das Interesse an der Thüringer Braugerstenrundfahrt ist ungebremst. Fotos: Frank Hartmann

 

 

Die 22. Braugerstenrundfahrt des Thüringer Braugerstenvereins und der TLL startete in diesem Jahr in Knau. Die Agrarprodukte Laskau GmbH, ein Tochterunternehmen der Agrofarm Knau eG, ging im vorigen Jahr als Sieger des Braugerstenwettbewerbs bei den Erzeugern hervor.  Der Tradition folgend, obliegt dem Siegerbetrieb die Anlage der alljährlichen Sortendemonstration. Hier können die Züchter, die Mitglied im Braugerstenverein sind, eine von ihnen gewählte Sorte in den Anbau bringen. Acht Sorten begutachteten die Teilnehmer, darunter Catamaran und Passenger, beide im Berliner Programm der deutschen Braugerstengemeinschaft, vom Thüringer Braugerstenverein aber noch nicht zum Anbau empfohlen. Sowohl die Pflanzen des Demonstrationsschlages als auch die des benachbarten Praxisschlages des Agrarbetriebs (Barke) boten ein für das ostthüringer Anbaugebiet typisches Bild. Die Sommergerste ist hier bis zu drei Wochen in ihrer Entwicklung zurück. Der Laskauer Pflanzenbauchef Frank Bereuther hatte lediglich 400 bis 480 Ähren tragende Halme zählen können. Entsprechend dünn präsentierte sich der Bestand.Hier wie in der Landgenossenschaft Oppurg eG hatte eine langanhaltende Schneedecke die Aussaat deutlich verzögert. Betriebsleiter Wolfgang Meißner führte die zwei Busse der Rundfahrt auf einen Vermehrungsschlag (Barke), auf dem erst am 18. April die Drille starten konnte. Hiernach erschwerten Niederschläge die Bestandsführung. Meißner schätzte ein, 10 bis 15 dt/ha Ertrag in dieser Saison einzubüßen.

Optisch am besten zeigte sich auf der Tour ein Elf-Hektar-Schlag (Grace) der Oettersdorfer Landwirtschaftlichen AG, die, wie andere Betriebe auch, Maßnahmen gegen den Mehltau ergreifen musste.

Zur Abschlussrunde in der Wassermühle der Agrofarm Knau berichteten Braugerstenanbauer aus Mittel- und Westthüringen von guten Beständen, was nicht zuletzt den besseren Böden geschuldet ist. Gute Bestände melden die Landwirte in den meisten Anbauregionen Deutschlands. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Umfang des Braugerstenanbaus einen neuen Tiefststand erreicht hat. Sommergerste als Braugerste wächst in Thüringen nur noch auf 28.000 ha (Sachsen: 20.000 ha; Sachsen-Anhalt: 5.000 ha). Mit bundesweit 270.000 ha ist der Anbau um 15 % zurückgegangen (Vergleichsjahr 2011). Dort, wo es Alternativen gibt, halten die Preise die Landwirte nicht mehr bei der Stange. Dabei gab es in den letzten Jahren immer wieder Rohstoffdefizite, die die Mälzer durch Importe ausglichen. Dies soll auch in dieser Saison nicht anders sein. In Knau hieß es, dass der Abstand zur Futtergerste bei 20 bis 30 €/t liegen könnte. Verschwiegen wurde nicht, dass der Abwärtstrend beim Bierkonsum anhält. Das miese Wetter im Frühjahr verstärkte diesen Trend. BZ


 

 

Agrarprodukte Laskau/            

Agrofarm Knau:

Frank Bereuther

verantwortet den Ackerbau.

Mit 400 ha wächst auf fast

zwölf Prozent der Fläche

Braugerste.










 

 

 

 

 

Oettersdorfer Landwirtschaftliche AG:  Dr. Martin Farack gratuliert dem frisch gebackenen  Meister Dieter Kühnel. Braugerste wächst hier auf 145 ha.







 

 

 

 

 

Landgenossenschaft Oppurg:  Die Landwirte um Wolfgang Meißner haben 305 ha Braugerste im Anbau; das entspricht zehn Prozent des Ackerlandes.

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