Biogastagung in Erfurt

16.03.2015

© TBV

Die Rechte von Bestandsanlagen will der Fachverband Biogas mit Unterstützung der Landesregierung sichern.

Die erste von drei Thüringer Biogasfachtagungen im Jahr 2015 fand am 5. März in Erfurt-Alach statt. Mehr als 80 Teil­nehmer, vorwiegend Biogasanlagenbetreiber, folgten der Einladung des Fachverbandes Biogas/Regionalgruppe Thüringen, des TBV und der TLL. Unter dem Motto „Die Biogasbranche gestaltet die Energiewende mit – aktuelle politische und fachliche Rahmenbedingungen“ wurde ein anspruchsvolles Vortragsprogramm zusammengestellt.

Begrüßt werden konnte Umwelt- und Energiestaatssekretär Olaf Möller. Der Grünen-Politiker stellte ein Klimaschutzgesetz in Aussicht, das Strategien für die Realisierung der anspruchsvollen Klimaziele beinhalten soll. Notwendig sei eine Aktualisierung des Potenzialatlas Erneuerbare Energien. Das Einsparen von Energie bezeichnet Möller als unabdingbaren ökonomischen Faktor für das Gelingen der Energiewende, bei der die Photovoltaik und vor allem die Windkraft weiter ausgebaut, letztere verdreifacht werden sollen. Zu den positiven Aspekten der Biomassenutzung zählen für den Staatssekretär die Flexibilisierungsoptionen, die Verbesserung der Biodiversität sowie die regionale Wertschöpfung. Er vergaß freilich nicht, die Grenzen der Biomassepotenziale aufzuführen. Sehr positiv nahmen die Teilnehmer die Ankündigung Möllers auf, wieder eine Förderung von Nahwärmenetzen prüfen zu wollen.

Der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Stefan Rauh, erörterte die aktuellen und zukünftigen Handlungsfelder des Fachverbandes bei der Aus- und Mitgestaltung der Energiewende. Ganz wichtig sei dabei, die Rahmenbedingungen für die Flexibilisierung und für das wirtschaftliche Fortbestehen der Bestandsanlagen nach dem Auslaufen der EEG-Vergütung vernünftig zu gestalten. Hier bat er die Thüringer Landesregierung um Unterstützung in Berlin. Rauh referierte zudem zum aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens zur Düngeverordnung und zur Anlagenverordnung wassergefährdender Stoffe und über die zu erwartenden Auswirkungen auf landwirtschaftliche Biogasanlagen.

Toralf Müller, Vorsitzender des Fachausschusses Nachwachsende Rohstoffe/Bioenergie beim TBV, wendete sich den aktuellen Herausforderungen in der Agrarpolitik aus Sicht des TBV zu. Die zum Teil dramatischen Aussagen u. a. zum noch nicht genehmigten KULAP-Programm und zur Auszahlungssituation machten deutlich, wie wichtig gute Kontakte zwischen dem TBV und der neuen Landesregierung seien, um gemeinsam Lösungen zu finden. Zum Abschluss der Tagung beleuchtete Frank Stumpf von der Firma Schmack Biogas GmbH neue Auflagen infolge des Greenings und der Düngeverordnung. Außerdem lenkte er den Blick der Biogasanlagenbetreiber auf die Substratauswahl und die Fruchtfolgegestaltung.

Termin: Die nächste gemeinsame Biogasfachtagung findet am 11. Juni in Stadtroda statt.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr