BHV1 unter Kontrolle

11.10.2016

Milchvieh © Sabine Rübensaat

Laut dem „Landeskrisenstab für die Tierseuchenbekämpfung“ sind die Rinderherpes-Ausbrüche (BHV1) in vier Rinderbeständen zu Beginn des Jahres erfolgreich eingedämmt worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, waren auch zwei Bullenmastbestände im Saale-Orla-Kreis und im Landkreis Sömmerda betroffen. Bei diesen wie auch im Fall der Milchvieherde im Kreis Saalfeld-Rudolstadt  waren Antikörper nachgewiesen worden, allerdings ohne klinische Erscheinungen.


Die Sanierung in dem Ausbruchsbestand im Saale-Orla-Kreis sei hinsichtlich des Milchviehbestandes abgeschlossen, informierte das Sozialministerium. Für mehr als 1 100 Rinder war hier eine Schlachtung verfügt worden. Alle infizierten Tiere hätten den Milchviehbestand verlassen. Nach Reinigung und Desinfektion konnte im September mit dem Neuaufbau begonnen worden. Die Sanierungsmaßnahmen in der zum Betrieb gehörenden Bullenmast liefen dagegen noch.


Aus dem Milchviehbestand einer Agrargenossenschaft im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt seien ebenso bereits alle Reagenten entfernt worden. Hier könne der Neuaufbau des Bestandes nach gründlicher Reinigung und Desinfektion in Kürze beginnen. Auch in diesem Bestand mussten mehr als 1 100 Tiere geschlachtet werden.


Für Rinder, die mittels Schlachtung aus den Beständen entfernt wurden, waren Entschädigungszahlungen zu leisten. Die bisher abgerechnete Summe beläuft sich laut Sozialministerium auf rund 265 000 €, wovon 50 % der Freistaat und 50 % die Tierseuchenkasse tragen. Zusätzlich übernahm das Land die Kosten für Notimpfungen von zirka 25 500 €.

 

Vierteljährlich Proben von Milch untersuchen


Die Ergebnisse der epidemiologischen Ermittlungen hätten belegen können, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit aus keinem der betroffenen Bestände das Virus verschleppt worden sei. Alle ermittelten Kontaktbetriebe erwiesen sich bei den Untersuchungen als negativ. Unklar bleibe die Ursache für den Ausbruch: Der Weg des Viruseintrages ließ sich rückwirkend nicht feststellen.


Auf Beschluss des Landeskrisenstabes war die vorgeschriebene jährliche Untersuchung der Milchviehbestände bereits in das erste Halbjahr 2016 vorgezogen worden. Insgesamt wurden bis Mitte September 166 700 Blutproben und 43 000 Milchproben untersucht. Einbezogen waren auch die stichprobenweisen Untersuchungen in Mastbetrieben und Jungrinderaufzuchtbetrieben.


Sozialstaatssekretärin Ines Feierabend dankte allen an der Tilgung des Seuchenausbruches beteiligten Behörden und Landwirtschaftsbetrieben: „Wir wissen, dass damit große Anstrengungen verbunden waren und noch sind. Lobenswert ist vor allem die konsequente und fachlich fundierte Zusammenarbeit aller Beteiligten, um die Tiere vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren und die Tierzüchter vor wirtschaftlichen Einbußen zu schützen. Dieser Einsatz ist wichtig für die Aufrechterhaltung des Status Thüringens als BHV1-freie Region.“


Aus den jüngsten Erfahrungen heraus befürwortet der Landeskrisenstab eine Intensivierung der BHV1-Überwachung. Über die vorgeschriebene jährliche Untersuchung hinaus soll vom 1. Oktober 2016 bis zunächst 31. Dezember 2017 eine vierteljährliche Untersuchung aller Milchviehbestände auf Basis von Milchproben erfolgen. Das Beprobungsverfahren richte sich nach der Bestandsgröße und dem Impfstatus. Die Vorbereitungen dazu seien abgeschlossen, sodass mit den Untersuchungen planmäßig begonnen werden konnte.

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