Beim Netzausbau zusammenstehen

11.11.2013

Stromleitungen werden verlegt

Entschädigungen fällig

Der Bau der sogenannten Thüringer Strombrücke, hier bei Elxleben im Ilmkreis, ist mit erheblichen Beeinträchtigungen der Landwirte und Eigentümer verbunden. © TBV

Energiewende – dieses Wort ist zurzeit in aller Munde. Manch einer denkt dabei an Unmengen von Windkraftanlagen, andere an die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach oder die Biogasanlage am Stall. Die Änderung in der Energiepolitik in Deutschland, weg von zentralisierten Stromerzeugungsanlagen hin zur dezentralen Erzeugung von Strom aus Wind, Licht, Wasser und Biomasse ist nur durch einen umfangreichen Netzausbau möglich. Das betrifft einerseits den Ausbau des sogenannten Höchstspannungsnetzes, welches dem Transport des Stromes über weite Strecken dient. Netzausbau bedeutet andererseits auch viele Maßnahmen in den untergeordneten Netzen, zum Beispiel dem Netz der Regionalversorger „Thüringer Energie“ oder „Mitnetz“. Landwirte und Grundeigentümer sind dabei besonders betroffen, wie es im Raum Schalkau, Landkreis Sonneberg, deutlich wird.

 

Starke Beeinträchtigungen für Agrargenossenschaft

Gegenwärtig liegen dort die Planfeststellungsunterlagen für die viel diskutierte 380-kV-Leitung von Altenfeld nach Redwitz (Bayern) aus. Die ansässige Agrargenossenschaft hat jetzt nicht nur die Beeinträchtigungen und den Flächenverlust durch den Bau der ICE-Trasse zu verkraften. Hinzu kommen nun auch noch diese Stromtrasse, zwei weitere 110-kV-Leitungen sowie zwei Umspannwerke, eines davon auf bestem Ackerland. Um zu erkennen, dass das bei einem Betrieb an die Existenzgrundlage gehen kann, muss man kein Gutachter sein.

 

Entschädigungen nicht angemessen

Wie es mit den Entschädigungen für die Betroffenen aussieht, haben die vorhergehenden Bauabschnitte gezeigt: Sowohl Energieunternehmen als auch die Politik sind bei der Entschädigung der Grundeigentümer und Landwirte sehr „zurückhaltend“. Aufforderungen des Bauernverbandes, neue Regelungen zu schaffen und die Energiewende nicht auf dem Rücken der Bauern und Grundeigentümer durchzudrücken, werden regelmäßig ignoriert oder zurückgewiesen. Zumindest für die Standorte der Strommasten ist es gelungen, höhere Entschädigungsbeträge durchzusetzen. Für die Überspannung fremder Eigentumsflächen und die Eintragung von Dienstbarkeiten ins Grundbuch sind die gegenwärtig gezahlten 20 Cent/Quadratmeter aber völlig unangemessen. Viele Eigentümer fassen dies als Hohn denn als Entschädigung auf. Selbst Kommunen erhalten für die Überleitung durch das Gemeindeterritorium eine höhere Entschädigung.

Bis zum Vollzug der Energiewende ist eine noch größere Zahl an Maßnahmen im Netzbereich zu erwarten. Dies zeigt der kürzlich vorgelegte Netzentwicklungsplan. Während sich die Regionalversorger durchaus gesprächsbereit zeigen, muss dem Betreiber des Höchstspannungsnetzes, der 50hertz Transmission GmbH, das Anliegen der Landwirte und Eigentümer mit Nachdruck vermittelt werden. Landwirte und Grundeigentümer dürfen nicht die Verlierer der Energiewende sein! Um Entschädigungen zu erreichen, die diesen Namen verdienen, ist es erforderlich, dass Landwirtschaftsbetriebe und Landeigentümer noch stärker zusammenstehen. Vorschnelle Zustimmungen sind bei solchen Planungen völlig fehl am Platz und bedeuten immer Verluste. Dass bessere, angemessene Entschädigungen möglich sind, zeigen uns unsere Nachbarländer Bayern, Hessen und Niedersachsen.

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