Antragstellung 2017: Was lief, was nicht?

14.07.2017

© Sabine Rübensaat

Mittlerweile ist die Antragstellung für die Agrarförderung 2017 schon wieder Geschichte und Zeit, ein Resümee zu ziehen. Was lief gut, was nicht, was sollte künftig besser werden?


Die wichtigste Neuerung war die Einführung des Antragstellerportals VERONA, über das erstmals die eigenen Antragsvektoren in anonymisierter Form bereits während der Antragstellung und vor Abgabe des VERA Antragspaketes ausgetauscht werden konnten. Damit wurde die frühzeitige Darstellung von Überlappungen möglich. Zur Anmeldung und zur Authentifizierung im Portal benötigt der Antragsteller seine InVeKoS-Betriebsnummer und die zugehörige PIN-Nummer (Passwort), die in diesem Jahr erstmals durch das Landwirtschaftsamt vergeben wurde.


Leider hatte VERONA Startschwierigkeiten und stand erst am 7. April in vollem Umfang zur Verfügung. Auch die Vergabe der PIN-Nummern dauerte in einigen Amtsbereichen länger, als dies früher über den Thüringer Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen in der Landwirtschaft (TVL) der Fall gewesen war. Zudem konnten die Ämter nicht, wie ursprünglich geplant, schon Anfang März mit der Ausgabe der PIN-Nummern beginnen. Viele Landwirte, vor allem im Nebenerwerb, hatten die PIN nicht beantragt und konnten so auch nicht am Flächenabgleich teilnehmen. Dies ist besonders ärgerlich, da auch keine Vorjahresinformationen der Nachbarflächen auf der VERA hinterlegt waren. So war ein Abgleich mit manchen Nachbarn erst im PRE-Check möglich. Eine Darstellung der Vorjahresdaten der Nachbarn sollte deshalb im kommenden Jahr wieder enthalten sein.


Der Geometrieaustausch über die VERONA funktionierte in den ersten Tagen ebenfalls nicht in ganz Thüringen. Erst als sich Betriebe untereinander erkundigten, warum der andere noch keine Geometrien exportiert habe, wurde das Problem bemerkt und behoben. Auch Betriebe, die an der Maßnahme A3 (Erosionsschutz) teilnehmen und den Maßnahmenplaner THEO nutzten, waren unzufrieden. THEO ist seit diesem Jahr ebenfalls in VERONA integriert, was allerdings zulasten der Benutzerfreundlichkeit ging. Die Betriebe geben zuerst alle Daten in VERA ein; diese werden dann über VERONA in THEO exportiert und berechnet. Erst dann wird mit dem Protokoll der Ziel- und Schwellenwert angezeigt. Dies bedeutetet für viele Betriebe einen Mehraufwand, da bei verfehltem Ziel- und Schwellenwert die Werte erst in VERA geändert werden mussten.


Für Ärger sorgte auch die VERA-Hotline: Diese war in der Woche nur bis 17 Uhr und am Wochenende gar nicht erreichbar, was weder den heutigen Betriebsstrukturen noch den Arbeitszeiten gerecht wird und daher für das nächste Jahr dringend auf den Prüfstand gehört.


Unbestritten wird die Antragssoftware VERA mit jedem Jahr etwas benutzerfreundlicher, aber es gibt auch noch viel Potenzial für Verbesserungen. Der Bauernverband e. V. regt deshalb an, im Thüringer Landwirtschaftsministerium darüber nachzudenken, für die kommende Periode der Antragstellung den Berufsstand intensiv in die Vorbereitungen mit einzubeziehen.

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