Agrarpolitisches Forum des TBV auf den Grünen Tagen

29.09.2014

© Frank Hartmann

Das Interesse am agrarpolitischen Forum auf den Grünen Tagen war groß. Im Podium (v. l.): Minister Reinholz, Bundesagrarstaatssekretär Kloos und TBV-Präsident Gumpert.

Er bekannte hinterher ganz offen, das gebraucht zu haben: „Wir haben es satt,  eine Woche nach der Wahl und einem Wahlkampf, der von einer Partei geführt wurde, als sei der Berufsstand eine Gruppe von Lumpenpack, einem Wahlkampf, der so geführt wurde, als seien nicht wir die Experten für Ackerbau und Viehzucht, Pfleger der Landschaft und rücksichtsvoll im Umgang mit Natur und Umwelt, sondern sie – die knapp 700 selbst ernannten Fachleute, die mit einem hohen Aufwand an Geld und Propaganda versucht haben, ihre privaten Meinungen zu Fragen der Tierhaltung, des Pflanzenschutzes und zu Umweltfragen zum Maßstab unseres fachlich begründeten Handelns zu machen.“ Das habe mal raus gemusst, so TBV-Präsident Helmut Gumpert zum Auftakt des agrarpolitischen Forums auf den „Grünen Tagen“. Der Beifall im voll besetzten Congress-Center der Messe war ihm sicher.

Gumpert erinnerte seine Berufskollegen daran, dass mit den angelaufenen Sondierungen die Weichenstellungen für die Agrarpolitik der nächsten Jahre in Thüringen und im Bundesrat gestellt würden. Auf der sich anschließenden Landesvertreterversammlung verabschiedeten die TBV-Delegierten dazu ein Forderungspapier an die künftigen Koalitionäre im Freistaat (siehe rechte Spalte).

Agrarminister Jürgen Reinholz, dem Gumpert zuvor für seine Arbeit in der Legislaturperiode gedankt hatte, benannte drei Felder, die auf die Landespolitik in naher Zukunft zukommen würden: Mögliche neue Regelungen für den Bodenmarkt, den Milchmarkt und die Düngeverordnung. Letztere würde, insbesondere infolge der Sperrfristen, Konsequenzen für viele Thüringer Betriebe bedeuten. Die Idee der Kommission, die N-Bilanz bei 40 kg/ha festzuschreiben, sei für Thüringen nicht akzeptabel. In ihrem Kompromiss würden die CSU-/CDU-Landesagrarminister 50 kg/ha vorschlagen. Einige Grünen-Agrarminister wollten die N-Bilanz per Ländererlass sogar noch unter die 40 kg/ha drücken: „Sollen sie es machen, aber nicht wir in Thüringen“, so Reinholz.

Bundesagrarstaatssekretär Dr. Robert Kloos hinterließ in Erfurt nicht den Eindruck, dass das Bundesministerium in Fragen der Düngeverordnung das Heft des Handelns in der Hand hält. Vielmehr liegt dies bei der EU-Kommission. Auch das Bundesumweltministerium ist hartnäckig. Mit dem hat man sich auf einen Kompromiss verständigt (siehe BauernZeitung 38/2014, S. 18). Kritik an den neuen Regelungen zu JGS-Anlagen beantwortete Kloos mit dem Verweis auf den Bundesrat, wo sich im Mai eine deutliche Mehrheit der Länder für eine Verschärfung im Umgang mit Güllelager ausgesprochen hatte. Die drei mitteldeutschen Länder gehörten nicht dazu.

So schön kann Landwirtschaft sein

Zur Eröffnung der „Grünen Tage Thüringen 2014“ wurde Carolin Gerbothe (l.) zur neuen Milchkönigin gekürt. Sie folgt auf Katharina Höwner, die zwei Jahre lang die Milchbranche des Landes auf Messen, Hoffesten und vielen Fachveranstaltungen repräsentierte. Dr. Klaus Wagner, Vorsitzender der Landesvereinigung Thüringer Milch, durfte die beiden Studentinnen der Agrarwissenschaft zur Zeremonie führen.


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