Agrarmarketing: 25 Jahre Qualitätszeichen

28.12.2017

© TMIL

Zum Jubiläum erhielten Teilnehmer der ersten Stunde eine Anerkennung: Neben der Rhönland eG die Ablig Feinfrost, Fahner Obst, Herzgut Molkerei, die Agrar eG Bucha und der Imkerverband.

Mit einem Festakt in der Arena des Erfurter Steigerwaldstadions feierten das Agrarministerium und das freistaatliche Agrarmarketing das 25-jährige Bestehen des Thüringer Herkunfts- und Qualitätssiegels „Geprüfte Qualität“.


Landwirtschaftsministerin Birgit Keller warf einen Blick zurück und befand: „In den 25 Jahren seit der Gründung des Thüringer Qualitätszeichens hat sich vieles verändert, insbesondere die Erwartungen der Verbraucher. Es war an der Zeit, die Kriterien für das Gütesiegel zu erneuern und zu verbessern.“


Ab dem kommenden Jahr müssen 90 % der wertbestimmenden Rohstoffe eines Produktes, das das Siegel zieren soll, aus Thüringen stammen. Bislang galt dieses für 50,1 % der Rohstoffe. Um die ehrgeizigen Kriterien erfüllen zu können, räumt man den heimischen Direktvermarktern und Lebensmittelfirmen eine Übergangszeit bis 2021 ein. „Unser wichtigstes Ziel bei der Überarbeitung der Kriterien ist es, die regionalen Wertschöpfungsketten zu stärken. Wenn wir möglichst viele Produkte in Thüringen herstellen, verarbeiten und verkaufen, dann stärkt das den gesamten Freistaat“, so Keller.


Die Rhönland eG aus Dermbach gehörte 1992 mit zu den ersten Betrieben, die Produkte unter dem Siegel vermarkteten. Beim Festakt in der Erfurter Arena war es Dr. Gerold Ditzel, der für die Praktiker die 25 Jahre Revue passieren ließ. Er erinnerte daran, dass Ostprodukte in den Wendejahren schwer mit der Akzeptanz beim Kunden zu kämpfen hatten. Das Thüringer Agrarmarketing half in dieser Zeit nicht nur fi­nanziell, sondern auch mit Know-how.


Wie bei Ditzel stoßen bei vielen Lebensmittelherstellern die verschärften Kriterien auf Skepsis, weil die Rohstoffbasis nicht oder nur zu unverhältnismäßig hohen Kosten gedeckt werden könne. Ditzel ermunterte das Ministerium daher, über eine Entschärfung nachzudenken.


In den letzten zehn Jahren nahm die Zahl der Betriebe bzw. die der zertifizierten Produkte um fast ein Viertel bzw. gut ein Drittel ab. Ab dem nächsten Jahr will das Agrarministerium das Siegel verstärkt bewerben.

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