Absatz regionaler Produkte stärken

27.04.2018

© www.thueringen.de/th9/tmil

Die Landesregierung verfolgt das Ziel, regionale Kreisläufe in der Land- und Ernährungswirtschaft zu stärken, „um den Absatz heimischer Produkte zu erhöhen“, so Agrarministerin Birgit Keller. Das Kabinett verabschiedete in der vorigen Woche ein entsprechendes Konzept, das man auch „als Bekenntnis für unsere ländlichen Räume“ verstanden wissen will.


Beispielhaft führt das knapp 50-seitige Papier längst bekannte Dilemmata auf. So gibt es im Grunde nur noch vier größere Milchverarbeiter im Land – ein großer Teil der heimischen Milch wird außerhalb Thüringens veredelt. Schlachthöfe, die außerhalb der Maske schlachten, sind rar. Hof- und handwerkliches Schlachten sind aufgrund rechtlicher Hürden und des Kostendrucks kaum noch zu finden. Der Ökolandbau beklagt fehlende Verarbeitungsbetriebe im Freistaat, sodass auch in diesem Fall Wertschöpfung verschenkt wird. Hinzu kommt ein hausgemachtes Problem: Die verschärften Rohstoffregeln für das Thüringer Qualitätszeichen stellen gerade größere Lebensmittelfirmen, die in der Regel im Einzelhandel präsent sind, vor große Probleme. Sie wendeten bzw. wenden sich von dem Zeichen ab.


Mit vier in dem Konzept genannten Instrumenten unternimmt das Agrarministerium den Versuch, eine Wende herbeizuführen:


- eine verstärkte Vernetzung
- unterstützende Studien
- koordinierte Förderung
- verbessertes Marketing.


Neben den Branchen- und Interessenverbänden der heimischen Land- und Ernährungswirtschaft sollen u. a. das Agrarmarketing, das Wirtschafts- und insbesondere das Sozialministerium sowie in starkem Maße die Agrarverwaltung eingebunden werden, um die im Konzept genannten acht Handlungsfelder zu bearbeiten:


■ Erhöhung des Anteils Thüringer Rohstoffe in verarbeiteten Lebensmitteln über das Thüringer Qualitätszeichen
■ Schaffung von mehr Verarbeitungskapazitäten für Thüringer Lebensmittel
Stärkung der Direktvermarktung
Aufbau und Stärkung von Wertschöpfungsketten im Bereich Tourismus/Gastronomie/Erlebnis
■ stärkere Etablierung regionaler Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung
■ Unterstützung von Premiumprodukten und Produktinnovationen
■ Festigung bestehender und Aufbau neuer Wertschöpfungsketten im Bereich Nachwachsende Rohstoffe
■ Stärkung der überregionalen Vermarktung Thüringer Lebensmittel.


Als wichtiges Handlungsfeld hob Keller die Stärkung der Direktvermarktung hervor. Die rund 250 Thüringer Direktvermarkter besäßen eine bedeutende wirtschaftliche und soziale Funktion im ländlichen Raum. Die Ministerin kündigte an, dass das Thüringer Agrarmarketing demnächst einen Schlachthoffinder auf seiner Homepage anbieten wird. Folgen soll ein Einkaufsführer für regionale Produkte aus der Land- und Ernährungswirtschaft sowie dem Gartenbau.


Konzept „Regionale Wertschöpfungsketten in der Land- und Ernährungswirtschaft in Thüringen“ im Internet unter: www.thueringen.de/th9/tmil

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr