Estland – Landurlaub

18.12.2013

Foto vom Bauernhof Luthre

Bauernhof Luhtre

Landtourismuszentrum mit Sauna, Tennisplatz und Swimmingpool. © Heike Mildner

Per Flugzeug gelangt man von der deutschen in die estnische Hauptstadt derzeit nur mit Stopp in Helsinki. Auch wenn dies recht unkompliziert funktioniert, werden Wünsche nach Direktflügen gerade jetzt, im Vorfeld der Grünen Woche, wieder lauter. „Viele Touristen aus Deutschland besuchen Estland als Abschnitt einer Rundreise durchs Baltikum“, erzählt Raili Mengel-Sünt (r. o.), vom estnischen Landtourismusverein Eesti Maaturism auf einem Seminarfloß im Landkreis Rapla, gut 60 km südlich von Tallinn. Dabei bietet Estland sowohl Aktivurlaubern als auch Menschen, die sich im Urlaub lieber kulturell, kulinarisch und kosmetisch verwöhnen lassen wollen, genug für mindestens einen „ausgewachsenen“ Jahresurlaub. 

Für beide dürften 3.800 km Küstenlinie und Hunderte kleiner Inseln interessant sein. ­Erstere erwartet neben einem ausgedehnten Wanderwegnetz sowie Angeln, Jagen, Naturfotografie etc. Schnee- und Moor­schuhwandern als nationale ­Besonderheiten. Und auf letztere wirken wohl vor allem die ­vielen Herrenhäuser anziehend. Allein auf unserer journalistischen Zwei-Tages-Tour haben wir drei von ihnen gesehen: Das wunderbar restaurierte Palmse (Foto o.), das am Rande des Nationalparks Lahema steht, dessen Verwaltung, ein Museum und Übernachtungsmöglichkeiten bietet und sich in Obhut einer regionalen Stiftung befindet. Keine 20 km östlich die private Variante: Vihula, ein Gutshof-Gebäudeensemble mit Herrenhaus, Brennerei, Tauben- und Palmenhaus, heute ein Country-Club- und Spa-Hotel für zahlungskräftige Wellnessjünger.  Auf halbem Weg dazwischen: Sagadi mit staatlichem Waldmuseum inklusive Wolf, Bär und Luchs in präparierter Form. Von den etwa 1.300 Herrenhäusern, die es zu deren Blütezeit im 18. Jahrhundert gab, sind noch etwa  400 erhalten, rund 120 sind bewohnt oder werden touristisch genutzt. 

Urlaub auf dem Bauernhof gibt es in Estland zumeist nur dort, wo der Bauer nicht mehr aktiv ist. „300 Anbieter sind Mitglied im estnischen Landtourismusverein, was 40 % aller Angebote im ländlichen Raum ausmacht“, berichtet Raili Mengel-Sünt. Zu ihnen gehört der Bauernhof Luhtre, der 1874 bis 1999 der deutschen Familie Luhter gehörte. Aus deren Nachlass  haben die neuen Besitzer Marje und Kaido  Schmidt ein Museum eingerichtet: geschichtsträchtiges Kleinod eines Hofes, der  nach und nach ganz auf die Bedürfnisse der Touristen eingestellt wurde. 

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