Zuschuss in Aussicht

27.10.2014

© Karsten Bär

Herdenschutzhunde gelten als probates Mittel gegen Wolfsangriffe. Ihre Anschaffung wird anteilig vom Freistaat gefördert.

Bei der Finanzierung von Herdenschutzmaßnahmen will künftig die Heinz-Sielmann-Stiftung den Tierhaltern in Sachsen unter die Arme greifen. Wie die Stiftung auf Nachfrage der BauernZeitung bestätigte, habe der Vorstand dem Freistaat die schriftliche Zusage gegeben, sich in den kommenden beiden Jahren entsprechend zu engagieren und Haltern, die in Sachsen Antrag auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen gestellt haben, den Eigenanteil zu finanzieren. Welche Summe die Heinz-Sielmann-Stiftung dafür bereithält, sei noch offen. Derzeit würde noch an der vertraglichen Ausgestaltung des Engagements in Sachsen gearbeitet.

Herdenschutzmaßnahmen, durch die Angriffe von Wölfen auf Nutztiere vermieden werden können, werden vom Freistaat Sachsen bislang mit 60 % der Kosten gefördert. Im Zuge eines Maßnahmenpaketes, mit dem Erleichterungen für Schäfereibetriebe erreicht werden sollten, wurde seitens des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) im Sommer die Erhöhung der Förderung auf 80 % der Kosten angekündigt und die Förderkulisse auf ganz Sachsen ausgedehnt. Finanziert wird die Unterstützung – eine Bestätigung durch die Europäische Kommission vorausgesetzt – über Mittel aus dem Entwicklungsprogramm für den Ländlichen Raum (EPLR). Gefördert werden unter anderem die Anschaffung wolfssicherer Zäune oder spezieller Herdenschutzhunde. Herdenschutzmaßnahmen wiederum sind grundlegende Voraussetzung für die Gewährung von staatlichem Ausgleich, wenn Nutztiere gerissen werden und der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann. Seitens der Schäfereien war beklagt worden, dass mit der Förderung nicht alle Kosten abgedeckt werden und zudem Aufwendungen durch Mehrarbeit nicht berücksichtigt würden. Eine 100-%-Förderung ist aber dem SMUL zufolge aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich. Mit Zuschüssen der Heinz-Sielmann-Stiftung, die gesondert beantragt werden müssten, wäre eine Erstattung von 100 % der Kosten möglich. Die Stiftung, die 1994 von dem Biologen und Tierfilmer Heinz Sielmann und seiner Frau Inge gegründet wurde, zählt zu ihren Zielen, Menschen an einen positiven Umgang mit der Natur heranzuführen, Refugien für bedrohte Arten zu erhalten und Öffentlichkeitsarbeit für den Naturschutz zu leisten.

Angaben des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“ zufolge, sind im laufenden Jahr bislang 32 Nutztierschäden gemeldet worden, bei denen der Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden insgesamt 58 Schafe getötet und weitere fünf Schafe verletzt. In 14 Fällen waren die angegriffenen Nutztiere nicht oder nicht ausreichend geschützt. Schwerpunkte der Schadensmeldungen sind die Landkreise Bautzen und Görlitz. Weitere Schäden wurden aus den Landkreisen Osterzgebirge-Sächsische Schweiz und Meißen gemeldet. Aktuell sind in Sachsen zwölf Wolfsrudel oder -paare nachgewiesen, von denen zehn ihr Territorium überwiegend im Freistaat haben.

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