Zum Schutz der Bienen: Hand in Hand

08.04.2014

© Sabine Rübensaat

Biene auf der Rapsblüte

Für ein gedeihliches Miteinander zwischen Landwirten und Imkern sind Gesprächsbereitschaft und gegenseitige Kontakte unerlässlich. Hierfür setzen sich der SLB und der Landesverband Sächsischer Imker ein. Der SLB bietet jedem Landwirt eine Liste der Ansprechpartner aller sächsischen Imkerverbände für eine Kontaktaufnahme an. Andererseits sind die Kreis- und Regionalbauernverbände gern bereit, Imker bei der Suche nach Landwirten in ihrer Region zu unterstützen. Auch Informations- und Weiterbildungsvorträge auf Bauern- oder Imkerversammlungen bieten sich hierfür an. Die Devise lautet: „Miteinander und nicht übereinander reden!“ Vielfach helfen einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen.

Rapsblütenbehandlung. Direkter Kontakt mit Pflanzenschutzpräparaten ist für Bienen generell gefährlich. Auch mit den für Bienen ungefährlichen B4-Präparaten benetzte Tiere verlieren ihren stockspezifischen Geruch und werden von ihren eigenen Artgenossen am Flugloch als fremde Eindringlinge abgewehrt. Das können Landwirte berücksichtigen, wenn die notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen in der Rapsblüte möglichst in die Abendstunden nach 18 Uhr verlegt werden. Nektar und Pollen sind dann abgesammelt. Die ausgebrachten Wirkstoffe können über die Nachtstunden in das Pflanzengewebe eindringen oder oberflächlich in der Wachsschicht stärker fixiert werden, bis am nächsten Tag die Bienen wieder mit dem Sammeln beginnen. Wanderimker können sich mit Landwirten abstimmen, geeignete Standorte für Wanderwagen sowie Bienenbeuten festlegen und erst nach der Pflanzenbehandlung zu den blühenden Rapsfeldern wandern.

Bienenschutz beim Mulchen und Mähen. Schnell rotierende Mähgeräte können viele der erfassten Bienen töten. Das Mulchen oder Mähen sollte deshalb vorzugsweise nach der Blüte, aber vor Eintritt der Samenreife und möglichst an kühleren oder bedeckten Tagen, an denen kein oder nur geringer Bienenflug herrscht, erfolgen.

Blühstreifen und Blühflächen – ein Paradies für Bienen und Wildinsekten. In intensiv genutzten Feldfluren fehlen vielen Insekten, besonders im Sommer, geeignete Blühpflanzen, die ihnen ausreichend Nahrung bieten. Durch die Anlage von Blühstreifen und -flächen kann der Landwirt aktiv zum Überleben vieler Insekten und damit auch zum Erhalt der heimischen Bienen einen wertvollen Beitrag leisten. Der SLB und der Landesverband Sächsischer Imker fordern deshalb für die ab 2015 beginnende Förderperiode eine wirksame Unterstützung im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen. Der Freistaat Sachsen beabsichtigt, das Anlegen von Blühstreifen und Blühflächen künftig mit 911 Euro/ha zu unterstützen.

Mehr als 39 000 Bienenvölker in Sachsen dienen dem Erhalt der biologischen Vielfalt sowie der Sicherung und Steigerung von Erträgen in der Landwirtschaft. 

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