Zahl der Bienenvölker steigt

06.08.2018

© SLB

Mit Blühstreifen auf rund 15.000 ha schaffen Landwirte Nahrungsangebote für Honigbienen wie auch andere Insekten.

Über das Sterben oder Nicht-Sterben der Bienenvölker wird viel diskutiert. Oftmals aus einem Halbwissen heraus wird die moderne Landwirtschaft für das Bienensterben verantwortlich gemacht. Der Sächsische Landesbauernverband (SLB) wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. „Ein Bienensterben gibt es nicht und auch kein ­Rückgang bei den Imkern im ­Freistaat“, so das Credo des ­Geschäftsführers Manfred Uhlemann. Laut des Landesverbandes Sächsischer Imker e. V. (LVSI) ist die Anzahl der Bienenvölker bei den 4.271 organisierten Imkern in den letzten zehn Jahren von 24.735 auf 36.179 angestiegen. 

 

Ungemeldete Völker sind Seuchenrisiko

 

Uhlemann, der seit Kindesbeinen die in seiner Familie seit Genera­tionen betriebene Hobbyimkerei fortsetzt, sieht Bienenhalter problematisch, die ihre Völker weder bei der Tierseuchenkasse anmelden noch sach- und fachgerecht bewirtschaften. Damit entstünden potenzielle Herde für übertragbare Bienenseuchen wie beispielsweise die Amerikanische Faulbrut. Allein in Dresden gibt es derzeit neun ausgewiesene Sperrbezirke aufgrund dieser höchst infektiösen Seuche.

 

Die sächsischen Landwirte hingegen tragen nach Uhlemanns fester Überzeugung zunehmend zum Bienenschutz bei. Im vergangenen Jahr wurden auf knapp 15.000 ha Ackerfläche Blühstreifen angelegt. Diese dienen nicht nur der ökologischen Vielfalt, sondern bieten zahlreichen Insekten wie auch den Honigbienen Nahrung und Lebensraum. Zusätzlich setzt sich die Landesarbeitsgemeinschaft der Imkerei und Landwirtschaft (LAGIL) verstärkt für eine Intensivierung der Kommunikation zwischen Landwirten und Imkern ein.

 

Die Honigbiene ist nach Rindern und Schweinen unser drittwichtigstes landwirtschaftliches Nutztier und unterliegt damit der Fürsorge durch fachkundige Tierhalter. Peter Rosenkranz von der Universität Hohenheim identifizierte Völkerverluste im Rahmen des Projektes „Deutsches Bienenmonitoring“ wie folgt: „Der wichtigste Faktor ist Varroa, der zweitwichtigste Varroa, dann kommt Varroa, und dann noch ein paar andere Einflüsse wie Viren oder die Imker selbst.“

 

Erst nach Schulung mit dem Imkern beginnen

 

Auch deshalb plädiert Uhlemann als einer der Sprecher der LAGIL dafür, dass vor Beginn jeder imkerlichen Betätigung zwingend an den angebotenen Schulungen des Landesverbandes Sächsischer Imker teilgenommen werden sollte, die sowohl vom Freistaat als auch von der Europäischen Union gefördert werden.

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