Wolfspetition: Ein Teilerfolg

18.08.2014

© SLB

Über das Wolfsmanagement im Freistaat tauschten sich Andreas Thiermann, Manfred Uhlemann, Thilo Marschner, Thilo Fleck, Eberhard Klose, Rolf Kotzur, Jens Michel und Manfred Horn aus (v.l.n.r.).

Manfred Horn und Eberhard Klose, Schäfermeister mit eigenen Betrieben in Berthelsdorf bei Neustadt/Sa., hatten gemeinsam mit Berufskollegen bereits am 31. Januar 2013 eine Petition „Schäfer bitten um Hilfe“ gegen die ungehinderte Ausbreitung des Wolfes im Freistaat Sachsen an Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler übergeben. Anlass waren die damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen und Nachteile für die Nutztierhalter zum Schutz ihrer Tierbestände. Diese Petition, der sich auch zahlreiche Mitglieder des SLB mit weiteren Forderungen anschlossen, umfasste weit mehr als 10 000 Unterschriften. In der letzten Sitzung in dieser Legislaturperiode beschloss der Landtag, diese Petition als eine von wenigen zur Berücksichtigung an die Staatsregierung zu überweisen. Damit sind jedoch keineswegs schon alle Forderungen des Berufsstandes erfüllt, insbesondere die nach der Regulierung des Wolfsbestandes. „Dennoch, der Einsatz hat sich gelohnt“, sagte Manfred Horn Anfang August zum Wahlkreisabgeordneten Jens Michel bei seinem Betriebsbesuch und dankte ihm sowie weiteren Fraktionsmitgliedern wie Andreas Heinz und Lothar Bienst (alle CDU) für ihr besonderes Engagement.

Im Einzelnen wurden im Managementplan für den Wolf in Sachsen in der Neufassung vom Februar 2014 Änderungen auf den Weg gebracht. Dies betreffe insbesondere die geänderten Handlungsempfehlungen im Punkt 8.5 „Wolfsverhalten“, wie Jens Michel schilderte. Danach werde für ein schnelleres und eindeutiges Handeln, d.h. der Entnahme des Wolfes bei atypischem Verhalten,  künftig in drei Gefährdungsgruppen in Bezug auf den Menschen, die Haushunde und die Nutztiere unterschieden. Die SLB-Forderung nach einer vollständigen Entschädigung des Mehraufwandes für den Herdenschutz habe Minister Frank Kupfer zur Anhebung des Fördersatzes von 60 auf 80 % veranlasst, auch wenn bei diesem künftig der Nettobetrag zugrunde gelegt werde. Weiterhin wird sich der mit dem Antrag verbundene bürokratische Aufwand verringern. Dies betrifft den Verwendungsnachweis, die Anzahl der Angebote und die Zweckbindung, die auf drei Jahre gesenkt wurde (vergl. BauernZeitung 32/2014, S. 6). Auf Bundes- bzw. europäischer Ebene soll sich die Staatsregierung nach dem Willen des Landtages mit dem Ziel einer Reduzierung der Zusatzaufwendungen der Tierhalter in fünf konkreten Punkten stark machen. Damit habe der Landtag dem künftigen Umwelt- und Landwirtschaftsminister eine Reihe von Aufgaben ins Stammbuch geschrieben, so Michel. „Dieser wichtige Teilerfolg ist nur dank der zahlreichen Unterstützer unser Petition möglich geworden“, resümierte Eberhard Klose.

Ungeachtet dessen hat die Hauptforderung der sächsischen Nutztierhalter und Jäger mittlerweile Brüssel erreicht. Der französische EU-Abgeordnete Pierre Morel-à-l`Huissier hat die Petitions-Kommission der EU von der Zulässigkeit der Überprüfung des Wolfsschutzes überzeugen können. Danach wird die EU das gemeinschaftliche Problem durch Einholen genauerer Angaben untersuchen. Konkret gehe es um die Frage der Schutzwürdigkeit des Wolfes in ganz Europa, besonders aber in Gebieten mit Viehzucht, wo ein friedliches Nebeneinander nicht möglich ist. Unter www.schafe-sind-toll.com/presse kann die Petition des  Abgeordneten Pierre Morel-à-l`Huissier heruntergeladen und durch Einsendung nach Brüssel unterstützt werden. „Der sächsische Teilerfolg sollte uns Nutztierhaltern Ansporn sein, um in Brüssel den Durchbruch zu erreichen“, so Manfred Horn.

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