Wolfspetition an Landtag übergeben

11.01.2018

© Sabine Rübensaat

Am Mittwoch hat eine Bürgerinitiative aus der Lausitz ihre Petition „Begrenzung der Wolfspopulation“ an Landtagspräsident Matthias Rößler übergeben. Rund 18.500 Menschen hatten die Forderung unterzeichnet, dass der Bestand an Wölfen in Sachsen zum Schutz von Weidetieren aber auch des Menschen begrenzt werden sollte.

 

Grüne: Vergrämen statt jagen

 

Derweil haben sich Vertreter verschiedener Partei zur Problematik geäußert. Der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Wolfram Günther, erklärte, dass eine allgemeine Begrenzung der Wolfspopulation nicht die Sorgen der Menschen löse, da weiterhin Wölfe umherziehen würden und Abschüsse nur Unruhe in den Wolfsrudeln erzeugten. Vielmehr müsse man durch Vergrämung den Wölfen beibringen, sich von Herdentieren fernzuhalten. Gegen eine gezielte Entnahme einzelner Problemwölfe, wie im Wolfsmanagementplan vorgesehen, sei hingegen nichts einzuwenden. Günther erkannte an, dass für die Schäfer das Auftreten des Wolfes mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden ist. Am Rückgang der Schafhaltung sei der Wolf jedoch nicht schuld: Ursache sei vielmehr die angespannte Erlössituation, der Wolf gebe hingegen oft den letzten Anstoß, die Haltung aufzugeben. Für ihn sei die Weidehaltung eine wichtige Tierhaltungsform die erhalten bleiben und mehr Unterstützung erfahren müsse.

 

Sorgen für die Nöte der Tierhalter zeigte auch Katrin Kagelmann, aus der Lausitz stammende Landtagsabgeordnete der Linken. Der erhöhte Aufwand für den Schutz der Herden, der sich nicht aus den knappen Erlösen erwirtschaften lasse, bleibe jedoch auch bei einer Bejagung des Wolfes bestehen. Um den Haltern zu helfen, reiche die bisherige Förderung nicht aus. Die Mehraufwendungen sollten daher aus Kagelmanns Sicht durch eine höhere Flächenprämie ausgeglichen werden. Darauf sollten sich Wolfsgegner und –befürworter einigen können und gemeinsam eine Petition beim Bund einreichen, so die Abgeordnete.

 

Schmidt sieht Bund in der Pflicht

 

Die Bundesregierung sieht auch Agrarminister Thomas Schmidt stärker in der Pflicht. Auf Bundesebene müsse eine Verordnung zur Entnahme von Wölfen vorgelegt werden, die einheitliche Standards für Entscheidungen in den einzelnen Ländern schaffe. Auch müsse in Zusammenarbeit mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium ein praxistaugliches Konzept vorgelegt werden, mit dessen Hilfe die Weidetierhaltung dauerhaft gesichert werden kann.

 

Zur Unterstützung der Länder forderte Schmidt zudem nach schwedischem Vorbild die Schaffung einer zentralen Einheit für die Vergrämung oder Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe. Weiterhin stehe man zu den Forderungen der Umweltministerkonferenz, die eine jährliche Neubewertung des Erhaltungszustandes des Wolfes in Deutschland ebenso umfassen wie den Einsatz für eine 100-prozentige Förderung des Herdenschutzes.

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