Wolfsmanagement

18.10.2018

© Sabine Rübensaat

Dresden. Nach dem Wolfsangriff auf eine Schafherde bei Förstgen (Landkreis Görlitz), bei dem über 40 Schafe und Ziegen getötet wurden, hat sich der Landrat des benachbarten Landkreises Bautzen, Michael Harig, mit deutlichen Worten geäußert. „Wölfe gehören nicht in unsere Kulturlandschaft!“, so  Harig. Der Landkreis Görlitz hat derweil angekündigt, die Entnahme von Wölfen des für den Vorfall verantwortlichen Daubaner Rudels zu prüfen. Die angegriffene Herde war ordnungsgemäß mit Elektrozaun geschützt, nicht allerdings mit zusätzlichem Flatterband, was als eine Voraussetzung für eine Entnahmeentscheidung angesehen werden dürfte. 

 

Das Thema Wolf habe bei Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt hohe Priorität, versicherte dessen Sprecher Frank Meyer. Doch angesichts des strengen Schutzes und vieler Widerstände habe man hier  „ein dickes Brett zu bohren“.  Ein weiterer Versuch, Regeln für einen Umgang mit dem Raubtier zu finden, der auch in Zukunft Weidetierhaltung erlaubt, sei  ein Bundesratsantrag, den die Länder Niedersachsen, Sachsen und Brandenburg diesen Freitag einbringen wollten. Verlangt wird darin ein angesichts der dynamischen Populationsentwicklung erforderliches Überdenken des bisherigen Umgangs mit dem Wolf auf nationaler Ebene. Die Antragssteller fordern, die Erfahrungen Frankreichs aufzugreifen. Dort wird ein intensives Wolfsmonitoring betrieben, das die Ermittlung des jährlichen Zuwachses und die Festlegung einer den Bestand nicht gefährdenden Abschussquote ermöglicht. So könnten auch gezielt Rudel entnommen werden, die Probleme bereiten, heißt es aus dem Ministerium.  Weiterhin fordert der Antrag, Herdenschutzmaßnahmen einschließlich der Unterhaltungskosten  zu 100 % zu fördern sowie eine Weidetierprämie einzuführen. Der Erhaltungszustand sollte jährlich statt bisher sechsjährlich überprüft werden, für das Monitoring des Bestandes ein gemeinsamer Standard mit Polen vereinbart werden. Zudem soll ein nationales Herdenschutzzentrum aufgebaut werden. 

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