Wissen für Praktiker

21.04.2015

© Karsten Bär

Erfahrene Schäfer vermitteln in den Lehrgängen und Schulungen praxisnahes Fachwissen.

Die Schafhaltung in Deutschland ist oft das Bilderbuchmotiv der gesunden und umweltverträglichen Tierhaltung. In der Praxis sind die marktwirtschaftlichen Bedingungen zur erfolgreichen Führung einer Herdenschafhaltung sehr anspruchsvoll und standortabhängig geworden. Die Haupterlösquelle ist der Verkauf von hochwertigen Schlachtlämmern. Die Wolle und der Verkauf von Altschafen und Zuchtvieh sind kleinere Einkommenspositionen. Die leicht gestiegenen Erzeugerpreise wurden von den Kosten rasch wieder eingeholt.  Einen entscheidenden Einfluss auf das Betriebsergebnis haben der Standort mit seiner Flächenausstattung sowie die Möglichkeit, die Dienstleistungen Landschaftspflege und Deichpflege anzubieten. Unverzichtbar ist der Einkommensausgleich durch die Flächenbeihilfen, da der deutsche Schaffleischmarkt im großen Maße vom EU- bzw. Weltmarkt  abhängig ist – und Regionen mit kostengünstigeren Haltungsbedingungen weisen deutlich bessere Wettbewerbschancen auf.


Im Fachzentrum Schafhaltung des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), das im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch und damit an einem Standort mit langer Schafzuchttradition angesiedelt ist, werden diese Prozesse verfolgt, aufbereitet und dem sächsischen Staatsministerium zur Politikunterstützung bereitgestellt. Die angebotenen Fachinformationsveranstaltungen und Fortbildungsmöglichkeiten sollen den Schaf- und Ziegenhaltern helfen, sich den aktuellen Stand der Haltungsmöglichkeiten, des Herdenmanagements und der staatlichen Rahmenbedingungen anzueignen.


Das Kernstück zur Fortbildung von Schafhaltern bildet der zweijährige Vorbereitungskurs auf die Prüfung zum Tierwirtschaftsmeister/Schäferei, also dem „Schäfermeister“. Mit der erstmaligen Verlagerung des Unterrichtes des Schäfermeisterkurses für die Unterrichtsfächer der Fachtheorie nach Köllitsch wurden 2013 neue Wege gegangen. Die Praxisnähe bietet entscheidende Vorteile bei der Unterrichtsgestaltung, zum Beispiel der Schafzucht, Fütterung, Grünlandbewirtschaftung, für Bau und Technik sowie Tiergesundheit, da im Stall am Schaf oder an der Technik die Verfahren erklärt werden können. Auch der Zweitagesrhythmus mit den Übernachtungsmöglichkeiten im Lehrlingswohnheim wirkt sich positiv für die mitunter weit angereisten Lehrgangsteilnehmer aus.


Nachdem bereits ein zweitägiger Sachkundelehrgang zur Schaf- und Ziegenhaltung stattgefunden hat, sind in den kommenden Monaten intensiver gestaltete Praktikerschulungen geplant. Sie widmen sich verschiedenen Themenkreisen: Tiergesundheit und Schur (21. Mai), Pflanzenbestimmung und Weidetechnik (18. Juni) sowie Hunde, Hüten und Landschaftspflege  (16. Juli). Die Betreuung erfolgt durch aktive Schäfermeister und das Schafescheren unter sachkundiger Hilfestellung eines erfahrenen Schafscherers.


Ab 4. November wird eine weitere Weiterbildungsserie für die  Milchschaf- und Ziegenhalter hinzukommen, in die auch das Lehrkabinett zur Milchverarbeitung im LVG Köllitsch mit einbezogen werden wird.


Infos und Anmeldung zu den Veranstaltungen:


www.smul.sachsen.de/lfulg

Tel. (03 42 22) 46 26 22

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