Wechsel an der Spitze

09.01.2014

Bildautor: © SLB

Im Bild: Hans Kraske, neuer Hauptgeschäftsführer beim SLB

Hans Kraske (48) hat zum 1. Januar des neuen Jahres das Amt des Hauptgeschäftsführers im Sächsischen Landesbauernverband e. V. übernommen. Der gebürtige Freiburger ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Nach einer Lehrausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann (Fachrichtung Holz) und einem abgeschlossenen Diplomstudium der Forstwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg war er zwei Jahre als Referendar in der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg tätig. Von der Marketinggesellschaft Holzabsatzfonds in Bonn wechselte Kraske im Jahr 2000 nach Berlin zur Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG). Seit 2004 lebt er mit seiner Familie in Radebeul bei Dresden, wo er zum Betriebs- und Regionalleiter der neu ins Leben gerufenen LAFOS Dienstleistungs GmbH im Regionalbereich Süd berufen wurde. Diese kümmert sich als Dienstleister für die BVVG und andere Grundstücks- und Waldeigentümer um Waldbewirtschaftung, Jagdpachtmanagement sowie Immobilienverwaltung unter anderem in Sachsen, Thüringen und Teilen Sachsen-Anhalts. Privat geht der Familienvater und begeisterte Hobbysportler gerne mit seinen Kindern auf die Jagd und mit der gesamten Familie in die Berge.


Seiner neuen Aufgabe im Verband sieht Kraske mit Spannung und Vorfreude entgegen, zur Übergabe der Geschäfte stand er bereits mit seinem ausgeschiedenen Vorgänger Dr. Jörg Hilger in engem Kontakt. Für das erste Quartal als neuer SLB-Geschäftsführer plant Kraske unter anderem intensive Kennenlerngespräche mit allen Kreis- und Regionalgeschäftsführern.

Spannende Jahre mit Krisen und Erfolgen

Der bisherige Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg Hilger wechselt nach acht Jahren an der Verbandsspitze als Geschäftsführer zum Sächsischen Landeskontrollverband e. V. Bei seiner Verabschiedung sprach Hilger von „spannenden Jahren mit großen Erfolgen und echten Krisen.“ Exemplarisch für die Spannweite des Erlebten sei der Milchpreis, der aktuell 40 Cent pro Liter betrage, während es im Krisenjahr 2009/10 nur 22 Cent waren. „Damals haben wir uns in hitzigen Diskussionen mit knapper Mehrheit gegen eine Blockade der Molkereien ausgesprochen und haben als erster Verband in Deutschland eine Demonstration vor einer Molkerei abgehalten. Dies war der Auftakt für eine bisher nie da gewesene Auseinandersetzung zwischen den Milchbauern und den Molkereien. Unsere Position, dass nicht der Verband, sondern die Märkte Preise machen, hat sich am Ende als absolut richtig erwiesen“, so Hilger.


Zugleich seien die vergangenen Jahre aber auch gekennzeichnet gewesen durch einen immer größeren gesellschaftlichen Druck auf leistungs- und zukunftsfähige Betriebsstrukturen. Hilger bezeichnete in diesem Zusammenhang einen starken sächsischen und deutschen Berufsstand als unerlässlich. Gerade der Kompromiss bei der GAP-Reform zeige wie alternativlos ein starker und einheitlicher Bauernverband sei.


Auch auf Landesebene zog der bisherige SLB-Hauptgeschäftsführer eine positive Bilanz: „Hier konnten wir weitere Erfolge erzielen, die unmittelbar ergebniswirksam waren. Als herausragendes Beispiel möchte ich nur die Aufstockung des Fördertopfes für die investive Förderung nennen. Nach intensiven Gesprächen, zuletzt mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich, konnte Präsident Vogel eine Aufstockung des Mittelplafonds für die Richtlinie Landwirtschaft und Ernährung (LuE) von 40 Mio. Euro für die Jahre 2007 bis 2013 erreichen. Dies sind etwa 28 Mio. Euro für Mitgliedsbetriebe und entspricht in etwa den Mitgliedsbeiträgen, die unsere Mitglieder im Zeitraum von circa 21 Jahren an den Berufsstand zahlen. Leider profitieren von beiden Erfolgen auch alle Nichtmitglieder. Eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre ist es daher für uns alle, die Zahl der landwirtschaftlichen Trittbrettfahrer weiter zu reduzieren.“


Als in Zukunft „größtes Produktionsrisiko“ für die Landwirtschaft bezeichnete Hilger die Entfremdung von Landwirtschaft und Gesellschaft. Dies sei der Humus, auf dem die verschiedensten Vorschläge einer technologischen Rückentwicklung der Landwirtschaft à la „Schweiz oder Kasachstan“ wachsen. Seien es die Vorschläge für absolute Obergrenzen bei der Düngung und Überlegungen, die Ausbringung von Wirtschaftsdünger erheblich einzuschränken, die Bestrebungen der EU-Kommission, die Verfügbarkeit von sicheren und geprüften Pflanzenschutzmitteln weiter zu beschneiden, die Einschränkungen bei Glyphosat oder Neonikotinoiden, der Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung oder die „geradezu bizarre Verherrlichung“ der ungesteuerten Rückkehr des Wolfes nach Sachsen.

Deutungshoheit zurückgewinnen

Nach Hilgers Überzeugung ist dieser Kampf mit klassischer Interessenvertretung gegenüber Parlament und Ministerialbürokratie auf lange Sicht nicht zu gewinnen. „Wir müssen in der Öffentlichkeit die Deutungshoheit über unser Tun zurückerobern. Dies kann nur gelingen, wenn wir auf allen Ebenen aktiver werden. Wir müssen eine echte Informationsoffensive starten. Als Verband genauso wie jeder einzelne Betrieb. Wie das gehen kann, haben uns die Automobilindustrie und die chemische Industrie eindrucksvoll gezeigt. Hierfür bedarf es großer finanzieller Ressourcen, die nicht allein über den bisherigen Mitgliedsbeitrag abgedeckt werden können“, so Hilger abschließend.

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