Vom Wolf bedroht

04.11.2013

Wolfsrudel

Wolfsrudel

© Sabine Rübensaat

Gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe übergaben am 31. Januar die Schäfermeister Manfred Horn aus Berthelsdorf und Eberhard Klose aus Oberottendorf (Landkreis Sächsische Schweiz) eine fast 9 000 Unterschriften umfassende Sammel-Petition an den Präsidenten des Sächsischen Landtages, Dr. Matthias Rößler. Nach achteinhalb Monaten, am 18. Oktober, fand nun ein Ortstermin des Petitionsausschusses in der Schäferei Horn mit anschließender Anhörung in der Neustadthalle in Neustadt/Sachsen statt. Zugegen waren seitens der Petenten weitere betroffene Schäfer der Region, Vertreter der Jägerschaft, der Jagdgenossenschaften sowie des SLB mit Vizepräsident Gunter Zschommler. 

 

Zusätzliche Kosten für Schafhalter

Zunächst trugen die von Wolfsrissen betroffenen Schäfer die Ereignisse in ihren Betrieben vor. Sie machten deutlich, dass aus ihrer Sicht die gegenwärtige Politik des uneingeschränkten Wolfsschutzes für die Nutztierhalter immer bedrohlichere Ausmaße annimmt. Schafe und Ziegen werden seit Jahrhunderten zur Beweidung des natürlichen Grünlandes gehalten. 

 

Um Anspruch auf Schadensersatz zu haben, sind die Schäfer gezwungen, Schutzmaßnahmen wie die Errichtung von Zäunen bzw. die Anschaffung von Schutzhunden zu ergreifen. An diesen zusätzlichen Kosten muss sich der Tierhalter jedoch immer noch mit 40 Prozent beteiligen. Damit ist es jedoch bei Weitem nicht getan. 

Um einen effektiven Schutz vor den Wölfen sicherzustellen, müssen mobile Zäune auf den zu beweidenden Flächen ständig auf- und abgebaut werden. Auch feste Umzäunungen von Weideflächen sind auf Untergrabungen täglich zu kontrollieren und zu dokumentieren. Die Koppeln haben nicht selten eine Zaunlänge von mehreren Kilometern. Diese täglich zu leistende Mehrarbeit ersetze den Tierhaltern bis heute niemand.

All diese zusätzlichen Kosten und Belastungen führen aus Sicht der Halter zu einem eklatanten Wettbewerbsnachteil, der nicht selten die Wirtschaftlichkeit der Betriebe infrage stelle. Die unkontrollierte Zunahme der Wolfspopulation in Sachsen sei zu einer großen Gefahr für die landwirtschaftliche Tierhaltung geworden. Diese Entwicklung stehe im Widerspruch zu anderen politischen Zielstellungen wie beispielsweise einer naturnahen Haltung von landwirtschaftlichen Nutztieren auf der Weide.

Wolfsregionen strikt ­begrenzen

Die Vertreter des SLB forderten deshalb:

• eine strikte Begrenzung der Wolfsregionen auf äußerst dünn besiedelte Gebiete wie ehemalige Tagebaue oder Truppenübungsplätze mit der Konsequenz des Abschusses von Wölfen, die diese Territorien verlassen,

• regionale Bestandsobergrenzen in den Wolfsregionen unter Beachtung der Nutztierhaltung zu definieren,

• überhöhte Populationsdichten des Wolfes zum Zwecke des Schutzes landwirtschaftlicher Nutztiere und wild lebender Tierarten zu reduzieren,

• Wölfe der Natur zu entnehmen, die sich an geschützten Nutztieren vergreifen und sich durch das Ablegen ihrer Scheu landwirtschaftlichen wie auch Wohnsiedlungen häufig nähern,

• eine 100-prozentige und unbürokratische Entschädigung aller im Zusammenhang mit geforderten Herdenschutzmaßnahmen und Übergriffen durch Wölfe in der Nutztierhaltung entstehenden Aufwendungen und Schäden sowie
• eine vom Freistaat Sachsen voll zu finanzierende Versicherung gegen Schäden, die durch Ausbrüche von Herden aus gesicherten Weiden in den begrenzten Wolfsregionen entstehen.

Mitglieder des SLB unterstützen die Sammel-Petition der Schäfermeister Horn und Klose mit weiteren 485 Unterschriften.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr