Vermehrt Wolfsübergriffe im Raum Bautzen

17.09.2015

© Sabine Rübensaat

Ungeschützte Nutztiere sind für den Wolf leichte Beute – im Raum Bautzen wurden in letzter Zeit häufig auch Schafe angegriffen, die durch Schutzmaßnahmen gesichert waren.

Innerhalb der vergangenen vier Wochen sind nach Mitteilung des Kontaktbüros „Wolfsregion Lausitz“ in der Gegend um Königswartha, Puschwitz und Wittichenau (Landkreis Bautzen) insgesamt 16 Übergriffe von Wölfen auf Schafe gemeldet worden. Bei nicht allen Vorfällen waren  die angegriffenen Tiere nicht oder nur unzureichend geschützt,  teilweise waren die Mindestschutzanforderungen für die Schafe auch insofern erfüllt, dass die Tiere durch Elektrozäune von mindestens 90 Zentimeter gesichert wurden.  Vermutlich sei in einigen Fällen dieser Zaun übersprungen worden, heißt es aus dem Kontaktbüro.

 

Die vermehrten Vorfälle führt man im Büro auf einen Lernprozess der Wölfe zurück. Durch erfolgreiche Angriffe auf schlecht oder gar nicht geschützte Nutztiere, machten Wölfe die Erfahrung, dass Nutztiere leichter zu erbeuten seien als ihre natürlichen Beutetiere wie Reh-, Rot- und Schwarzwild. In der Folge können sie gezielt versuchen, auch geschützte Schafe anzugreifen. Daher sei es wichtig, dass alle Schafe, Ziegen und weitere Nutztiere, denen der Wolf gefährlich werden kann, ausreichend geschützt werden, um diesen Lerneffekt zu verhindern.

 

Für das Gebiet des sogenannten Rosenthaler Rudels, das zwischen Kamenz, Bernsdorf, Wittichenau und Bautzen agiert, sei es nun erforderlich, Elektrozäune zusätzlich mit Flatterband zu schützen, das 20 bis 30 Zentimeter über dem Zaun gespannt wird.  Das benötigte Material (Breitbandlitze, Weidepfähle) kann kostenfrei bei der Biosphärenreservatsverwaltung ausgeliehen werden (Kontakt: André Klingenberger, Tel. (03 59 32) 3 65 31). Wie das Kontaktbüro erklärt, ist die zusätzliche Schutzmaßnahme voraussichtlich für die Dauer eines Jahres notwendig.

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